Ein Fußgänger geht an einem Plakat vorbei, das den Französischlehrer Samuel Paty zeigt - am Rathaus in Conflans-Sainte-Honorine  | AFP

Nach Mord an Lehrer in Frankreich Fünf weitere Verdächtige festgenommen

Stand: 09.12.2020 07:11 Uhr

Knapp zwei Monate ist der Mord an Lehrer Samuel Paty nahe Paris her - jetzt haben die Ermittler fünf weitere Verdächtige festgenommen. Damit richten sich die Ermittlungen inzwischen gegen 14 Menschen.

Im Zusammenhang mit dem Mord an dem französischen Geschichtslehrer Samuel Paty vor knapp zwei Monaten sind fünf weitere Menschen festgenommen worden. Die Männer sollen in telefonischem Kontakt mit dem Täter gestanden haben, hieß es aus Justizkreisen. Die am Montag festgenommenen Verdächtigen im Alter zwischen 18 und 21 Jahren sollen wie der mutmaßliche Islamist alle tschetschenischer Herkunft sein.  Sie können bis zu 96 Stunden in Polizeigewahrsam gehalten werden. Ein möglicher Vorwurf: "Mittäterschaft an einem terroristischen Attentat".

Ermittlungen auch gegen Minderjährige

In dem Fall wird bereits gegen 14 Menschen ermittelt, darunter sechs Schüler. Drei Jugendlichen wirft die Justiz "Beihilfe zu einem terroristischen Mord" vor: Sie sollen dem Täter den Lehrer vor der Schule bei Paris gezeigt haben. 

Der 47 Jahre alte Lehrer war am 16. Oktober nahe seiner Schule im Pariser Vorort Conflans-Sainte-Honorine von dem 18 Jahre alten Täter enthauptet worden. Paty hatte zuvor in einer Stunde zur Meinungsfreiheit Mohammed-Karikaturen gezeigt. Der Angreifer, der von der Polizei getötet wurde, hatte das unter anderem in sozialen Netzwerken als Motiv für seine Tat angegeben.

Franzosen versammeln sich in Paris zum Gedenken an den ermordeten Lehrer Paty | AFP

Franzosen versammeln sich in Paris zum Gedenken an den ermordeten Lehrer Paty Bild: AFP

Der Anschlag hatte in ganz Frankreich für Entsetzen gesorgt. Präsident Emmanuel Macron verteidigte danach das Zeigen von Mohammed-Karikaturen, woraufhin es zu Protesten in muslimisch geprägten Ländern und Boykottaufrufen gegen Frankreich kam. 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Dezember 2020 um 12:00 Uhr.