Autos und Lastwagen im Eurotunnel  | REUTERS

Regeln für Briten mit EU-Wohnsitz Frankreich lockert vorerst Durchreiseverbot

Stand: 30.12.2021 18:11 Uhr

Wegen neuer Einreiseregeln hätten Briten mit Wohnsitz in einem EU-Land außerhalb Frankreichs nicht mehr durch das Land reisen dürfen. Nun lenkt die französische Regierung ein. Grenzbeamte sollen vorerst "Toleranz" üben.

Frankreich hat das Durchreiseverbot für britische Staatsbürger mit Wohnsitz in einem anderen EU-Staat vorerst wieder ausgesetzt. Die verschärften Corona-Einreiseregeln würden "für die Festtage am Jahresende" gelockert, erklärte das französische Innenministerium auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP. Die Grenzbeamten seien angewiesen worden, gegenüber britischen Reiserückkehrern "Toleranz" zu üben.

Das Unternehmen Eurotunnel hatte zuvor mitgeteilt, dass Briten mit Wohnsitz in einem EU-Land außerhalb Frankreichs nicht mehr mit dem gleichnamigen Autozug unter dem Ärmelkanal nach Frankreich einreisen dürfen. Briten gälten gemäß der neuen Regelungen als Drittstaatsangehörige, auch wenn sie dauerhaft in der EU lebten, so Eurotunnel. Nun sei eine Durchreise durch Frankreich ab sofort aber wieder möglich.

Verschärfte Einreiseregeln wegen Omikron

Frankreich erlaubt seit 18. Dezember die Einreise aus Großbritannien nur in dringend notwendigen Fällen. Es gibt aber Ausnahmen, etwa für Lastwagen. Der Schritt soll die Ausbreitung der hochansteckenden Corona-Variante Omikron verhindern. Zunächst hatte es aus dem Innenministerium in Paris geheißen, es sei nur "logisch", Briten wie alle anderen Drittstaatsangehörigen zu behandeln und ihnen die "Durchreise in ein anderes EU-Land nicht zu gestatten". 

Von der Verschärfung betroffen waren Hunderte Briten, die nach den Weihnachtsfeiertagen an ihre Wohnorte in der EU zurückkehren wollten. "Ich bin komplett verwirrt", sagte die seit 14 Jahren in Belgien lebende Professorin Fiona Navin-Jones der Nachrichtenagentur AFP. "Ich habe nicht mehr das Recht, nach Hause zu fahren." Ihr Eindruck sei, dass die Corona-Pandemie als Vorwand für etwas genutzt werde, "das eigentlich ein Brexit-Problem ist". Das britisch-französische Verhältnis ist derzeit ohnehin schwer belastet. So streiten London und Paris etwa über Fischereilizenzen im Ärmelkanal.

London fordert Klarstellung

Die Regierung in London hatte Frankreich zu einer Klarstellung aufgefordert, ob Briten auf ihrer Fahrt in andere EU-Länder durch Frankreich reisen dürfen. "Die französische Regierung hat erklärt, dass britische Staatsangehörige, die aus dem Vereinigten Königreich einreisen und nicht in Frankreich wohnen, nicht durch Frankreich reisen dürfen, um in ihr Wohnsitzland zurückzukehren, es sei denn, sie reisen mit dem Flugzeug", hieß es aus dem Außenministerium in London. Man bitte die französische Regierung dringend um eine weitere Klärung.