Das Firmengebäude von Johnson & Johnson im belgischen Leiden.  | REUTERS

Johnson & Johnson-Vakzin EU-Kommission genehmigt vierten Impfstoff

Stand: 11.03.2021 17:10 Uhr

Ab sofort ist ein vierter Impfstoff in der EU verfügbar: Die EU-Kommission hat das Vakzin von Johnson & Johnson zugelassen und folgte damit der Empfehlung der Arzneimittelbehörde EMA. Der Hersteller will ab April liefern.

Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson kann ab sofort auch in der Europäischen Union genutzt werden. Die EU-Kommission genehmigte dies, wie Präsidentin Ursula von der Leyen auf Twitter mitteilte.

Die Kommission folgte einer Empfehlung der EU-Arzneimittelbehörde EMA, die das Vakzin eingehend geprüft hatte. Es ist der vierte in der EU zugelassene Impfstoff gegen Covid-19. Die EU-Kommission hat bei dem US-Hersteller Impfdosen für 200 Millionen Menschen bestellt. Davon würde Deutschland 36,7 Millionen erhalten.

Hersteller will ab April liefern

Es gibt Befürchtungen, dass das Unternehmen nicht rechtzeitig liefern kann - unter anderem, weil der Impfstoff in den USA abgefüllt wird und dort faktisch ein Exportstopp für Corona-Impfstoffe herrscht. Der Hersteller hat aber zugesagt, ab April zu liefern. Die EU-Kommission ist nach eigenen Angaben im Gespräch mit den US-Behörden, um die Lieferungen zu sichern.

Das Präparat, das von der Johnson-Tochter Janssen in den Niederlanden entwickelt worden war, hat gegenüber den bisher zugelassenen Impfstoffen große Vorteile: So muss es nur einmal gespritzt werden - bei allen anderen Mitteln sind zwei Impfungen nötig. Das Vakzin kann zudem bei Kühlschranktemperatur gelagert werden.

EMA: Wirksamkeit bei 67 Prozent

Die Wirksamkeit liegt nach Angaben der EMA bei etwa 67 Prozent. Bei einer schweren Covid-19-Erkrankung lag der Schutz in den Studien bei mehr als 85 Prozent - und das gilt auch für Ältere. Das Vakzin soll auch gegen Virus-Varianten effektiv sein. Neben dem Vakzin von Johnson & Johnson sind bereits die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca in der EU auf dem Markt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. März 2021 um 17:00 Uhr.