Ein Schild mit der Aufschrift "Bundesrepublik Deutschland" steht an der deutsch-tschechischen Grenze. | dpa

Leichter verreisen EU einig über Impfzertifikat ab Sommer

Stand: 20.05.2021 19:55 Uhr

Lange war verhandelt worden, nun gibt es eine Einigung: Vermutlich Ende Juni soll es in der EU ein digitales Dokument geben, in dem Corona-Impfungen gespeichert sind. Das Reisen soll damit wieder leichter werden.

Rechtzeitig vor der Sommersaison haben sich die EU-Länder und das EU-Parlament auf Details eines europaweiten Zertifikats zum Nachweis von Corona-Impfungen geeinigt. Das teilte die portugiesische Ratspräsidentschaft mit.

Das digitale Dokument soll - vermutlich ab Ende Juni - EU-weit Reisen erleichtern und neben Angaben zu Impfungen auch Informationen über Tests oder überstandene Corona-Infektionen enthalten. Der Nachweis soll in allen EU-Staaten anerkannt werden.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakidis sprach von einem "wichtigen Schritt, um Freizügigkeit in der EU so sicher wie möglich wiederherzustellen". Die Regelung schaffe nun "Klarheit und Gewissheit für unsere Bürger".

Wohl kein Recht auf kostenlose Tests

Bis zuletzt war allerdings über mehrere Punkte gestritten worden - vor allem darüber, in welchem Maß EU-Länder Reiseerleichterungen und Restriktionen selbst bestimmen können. Der Kompromiss sieht nun vor, dass nicht in die Hoheit der Mitgliedsstaaten eingegriffen wird, aber zusätzliche Beschränkungen wie etwa Quarantäne für negativ Getestete, Geimpfte oder Genesene nur eingeführt werden sollen, wenn es etwa die Infektionslage erfordere.

Nicht durchsetzen konnte sich das Europaparlament nach Angaben von Teilnehmern mit der Forderung, allen Bürgern kostenlose Tests zu ermöglichen. Der Kompromiss fordert nur "erschwingliche" Testmöglichkeiten. Die EU-Kommission sicherte darüber hinaus zu, mindestens 100 Millionen Euro für die Anschaffung von Schnelltests zur Verfügung zu stellen.

Einführung bis Ende Juni?

Die Mitgliedsstaaten müssen nur dafür sorgen, dass die Daten, die für die Ausstellung des Zertifikats nötig sind, auch zur Verfügung stehen. Das dürfte vor allem in Ländern ohne voll digitalisiertes Gesundheitssystem kompliziert werden.

Die Einigung muss zudem nochmals von den Mitgliedstaaten angenommen werden. Das Parlament will darüber abschließend bei seiner Plenarsitzung im Juni entscheiden.

Wann genau das Impfzertifikat in den einzelnen Ländern eingeführt werden soll, ist noch nicht klar. Aus dem Bundesgesundheitsministerium hieß es am Anfang der Woche, man gehe aktuell davon aus, ein elektronischer Impfnachweis könne "in der zweiten Hälfte des zweiten Quartals", also bis spätestens zum 30. Juni, bereitgestellt werden.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. Mai 2021 um 19:02 Uhr.

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KOMMENTARE

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Sergeј 20.05.2021 • 23:29 Uhr

@ SirTaki

Den Leuten in der Warteschlange, die sich digital durch Anmeldefristen wiederholt die Finger wund tickern, ist das Dokument egal. Die wollen den Pieks und keine Formblätter. Jeder kommt dran, aber es kann nur einer nach dem anderen gehen. Haben Sie noch nie auf etwas warten müssen, weil alle Menschen das gleiche wollten? Die Deutschen machen das vermutlich gerechter als irgend ein anderes Volk. Da wo ich herkomme, kann man die Impfung kaufen, wenn man noch nicht dran ist.