Auf einem Tisch liegen die schriftlichen Dokumente für das EU-Impfzertifikat gegen Corona, darauf ein Impfpass und ein Handy, das die Zertifikate in digitaler Form anzeigt. | dpa

Coronavirus in der EU Genesenen-Nachweis nach Schnelltest möglich

Stand: 22.02.2022 16:44 Uhr

Da die PCR-Testkapazitäten in einigen EU-Ländern aufgrund der Omikron-Welle an ihre Grenzen gekommen sind, reicht künftig ein positiver Schnelltest für den EU-Genesenen-Nachweis aus. Zudem sollen Einreiseregeln gelockert werden.

Den EU-weit gültigen Nachweis einer überstandenen Corona-Infektion können Bürgerinnen und Bürger künftig auch nach einem positiven Schnelltest erhalten. Dieser müsse aber durch entsprechend qualifiziertes Personal durchgeführt worden sein und auf der gemeinsamen EU-Liste der Antigen-Schnelltests für Covid-19 gelistet sein, teilte die EU-Kommission mit. Die EU-Länder können diese Zertifikate den Angaben zufolge auch rückwirkend auf der Grundlage von Tests ausstellen, die ab dem 1. Oktober durchgeführt worden sind.

Neue Regeln gelten ab sofort

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides betonte, so könne ein Teil des erheblichen Drucks auf die nationalen Screening-Kapazitäten gelindert werden. Bislang konnten Genesenen-Nachweise lediglich ausgestellt werden, wenn die Corona-Infektion mit einem positiven PCR-Testergebnis nachgewiesen wurde. Im Zuge der Omikron-Welle war es allerdings etwa in Deutschland zu Engpässen bei PCR-Tests gekommen. Die neuen Regeln gelten ab sofort.

Länder wie Deutschland können Genesenen-Zertifikate auf der Grundlage von Antigen-Schnelltests ausstellen, sobald sie bereit sind, so die EU-Kommission. Die EU-Zertifikate über Impfungen, Genesungen und frische Tests können etwa digital auf dem Smartphone hinterlegt werden. Per QR-Code kann man so in zahlreichen Ländern, auch außerhalb der Europäischen Union, nachweisen, dass man etwa bestimmte Einreisevoraussetzungen erfüllt.

EU will Einreise erleichtern

Zudem erleichtern die Länder der EU die Einreise für geimpfte oder genesene Touristen. Die EU-Kommission empfahl den Mitgliedsstaaten, ab dem 1. März alle Test- und Quarantänevorschriften für Reisende aufzuheben, die von der EU oder der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zugelassene Impfstoffe erhalten haben. Kinder unter sechs Jahren, die mit einer erwachsenen Begleitperson reisen, sollen ebenfalls nicht mehr getestet werden.

"Die Aktualisierungen werden Reisen von außerhalb der EU in die EU weiter erleichtern und berücksichtigen die Entwicklung der Pandemie, die weltweit zunehmende Impfquote und die Verabreichung von Auffrischungsdosen", teilte die EU-Kommission mit. Reisende, die Impfstoffe erhalten haben, die zwar von der WHO zugelassen sind, aber nicht in der EU verwendet werden dürfen, können der Mitteilung zufolge weiterhin aufgefordert werden, einen negativen PCR-Test vorzulegen oder in Quarantäne zu gehen.

Als genesen gilt, wer sich innerhalb von 180 Tagen vor der Reise von einer Covid-Erkrankung erholt hat. Die letzte Impfdosis muss mindestens 14 Tage und maximal 270 Tage vor der Einreise verabreicht worden sein oder der Reisende muss eine Auffrischungsdosis erhalten haben. Bislang sind in der EU die Corona-Impfstoffe von Pfizer und seinem deutschen Partner BioNTech, von Moderna, AstraZeneca, Johnson & Johnson und Novavax zugelassen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 22. Februar 2022 um 17:05 Uhr.