Menschen laufen durch das Londoner West End. | dpa

Corona-Pandemie England lässt Masken fast überall fallen

Stand: 27.01.2022 08:42 Uhr

In England fallen fast alle Corona-Maßnahmen weg. So müssen in öffentlichen Innenräumen keine Masken mehr getragen werden. Es gibt allerdings regional unterschiedliche Regeln: In London bleiben die Masken in Bahnen noch auf.

England hat die meisten Corona-Restriktionen aufgehoben. So gilt die Maskenpflicht in Innenräumen nicht mehr, auch muss der Gesundheitspass nicht mehr in Clubs und bei bestimmten Großveranstaltungen vorgezeigt werden. Die Empfehlung der Regierung zur Arbeit im Homeoffice gilt ebenfalls nicht mehr.

Auch für geimpfte Reisende gibt es bald weitere Erleichterungen: Vom 11. Februar an fällt der bislang noch notwendige Pflichttest nach der Ankunft im Land weg. Eine Ausnahme gibt es noch: Positiv Getestete müssen sich weiterhin selbst isolieren.

In den vergangenen Tagen haben sich die Neuinfektionen auf hohem Niveau eingependelt - täglich werden zwischen 80.000 und 100.000 Neuinfektionen gemeldet, die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei rund 945 (Stand: 21. Januar).

Möglich wurden die Lockerungen laut der Regierung durch eine erfolgreiche Booster-Impfkampagne. Den jüngsten Zahlen zufolge haben 64 Prozent der Bevölkerung über 12 Jahren eine dritte Dosis erhalten. Dies hat demnach den staatlichen Gesundheitsdienst NHS vor dem Kollaps bewahrt.

Regional unterschiedliche Vorschriften

England hatte bereits am 19. Juli, dem so genannten "Freedom Day", die Beschränkungen einmal aufgehoben, dann aber mit dem Eintreffen der Omikron-Welle neue Regeln eingeführt. Regional sind die Vorschriften jedoch unterschiedlich. In London gilt allerdings weiterhin in Bahnen und Bussen eine Maskenpflicht. Auch einige Supermärkte rufen ihre Kunden weiterhin dazu auf.

Schottland, Wales und Nordirland entscheiden eigenständig über ihre Corona-Politik und wählen einen etwas vorsichtigeren Weg.  Dort werden die Restriktionen lediglich gelockert, aber nicht aufgehoben.

Streit über Corona-Maßnahmen nicht ausgestanden

Trotz der erneuten Lockerungen ist der Streit um die Corona-Maßnahmen für Johnson nicht ausgestanden. Nach wie vor fordert die Opposition den Rücktritt des Premierministers, nachdem es in den vergangenen Wochen Enthüllungen über eine ganze Reihe von Feiern und Zusammenkünften am Regierungssitz in der Downing Street gegeben hatte, während der Rest des Landes im Lockdown saß. Johnson will die Regierungsgeschäfte dennoch normal weiterführen, wie er am Mittwoch im Parlament bekräftigte. Er verwies auf einen ausstehenden Untersuchungsbericht der Regierung. Auch die Polizei ermittelt.

Mit Informationen von Imke Köhler, ARD-Studio London

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 27. Januar 2022 um 07:20 Uhr.