Fläschen mit Corona-Impfstoff von BioNTech/Pfizer stehen in langen Reihen hintereinander | AP

Corona-Auffrischungsimpfungen EMA gibt grünes Licht

Stand: 04.10.2021 17:51 Uhr

Die europäische Arzneimittelbehörde empfiehlt Immungeschwächten eine dritte Impfung mit einem mRNA-Vakzin. Diese solle frühestens vier Wochen nach der zweiten verabreicht werden. Auch für alle anderen kommt ein Booster in Betracht.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat sich für Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus für volljährige Menschen ausgesprochen. In Frage kommen die sogenannten Booster-Shots für Menschen ab 18 Jahren mit einem Abstand von mindestens sechs Monaten zur zweiten Dosis, wie die EMA mitteilte.

Die Auffrischung kann derzeit laut EMA mit dem Vakzin von BioNTech/Pfizer erfolgen. Für den Moderna-Impfstoff wertet die Behörde derzeit noch Daten zur Drittimpfung aus.

Die Behörde erklärte außerdem, sie unterstütze die Gabe einer dritten Dosis entweder des BioNTech/Pfizer-Vakzins oder des Impfstoffs von Moderna an Menschen mit einem stark geschwächten Immunsystem mit einem Abstand von mindestens 28 Tagen zur vorangegangenen Dosis.

674.900 Drittimpfungen im Deutschland

Die Empfehlungen der EMA gehen an die Gesundheitsbehörden aller 27 EU-Mitgliedsstaaten. Einige Staaten haben bereits damit begonnen, Auffrischungsimpfungen für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen anzubieten. In Deutschland werden etwa Bewohner und Beschäftigte von Pflegeheimen sowie medizinisches Personal erneut geimpft.

Befürworter einer Drittimpfung argumentieren, eine zusätzliche Impfdosis erhöhe den Schutz vor einer Infektion. Kritiker fordern dagegen, zuerst nicht gegen das Coronavirus geimpfte Menschen etwa in Entwicklungsländern zu immunisieren.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt bereits, dass Personen mit Immundefizienz etwa sechs Monate nach der Covid-19-Grundimmunisierung eine zusätzliche Impfstoffdosis eines mRNA-Impfstoffs angeboten werden sollte. Personen mit schwerer Immundefizienz, etwa nach Organtransplantation oder Krebspatienten, könnte diese bereits nach vier Wochen angeboten werden. In Deutschland haben nach Daten des Robert Koch-Instituts bereits über 674.900 Menschen eine Auffrischungsimpfung erhalten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Oktober 2021 um 18:00 Uhr.

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Moderation 04.10.2021 • 21:41 Uhr

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