Ein Junge bekommt in Bloomfield Hills (Michigan, USA) eine Coronavirus-Impfung. | AFP

Europäische Arzneimittelagentur Grünes Licht für BioNTech-Vakzin ab zwölf Jahren

Stand: 28.05.2021 17:03 Uhr

Die EU-Arzneimittelbehörde hat - vorbehaltlich der Zustimmung der EU-Kommission - den BioNTech/Pfizer-Impfstoff für Kinder und Jugendliche ab zwölf zugelassen. Das dürfte die deutsche Debatte anheizen.

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat für die Zulassung des Corona-Impfstoffs von BioNTech/Pfizer für Kinder ab zwölf Jahren grünes Licht gegeben. Es ist der erste Impfstoff in der EU, der, sofern die EU-Kommission zustimmt, auch für Menschen unter 16 zur Verfügung steht.

"Wir haben Daten, die zeigen, dass die Anwendung bei Kindern sicher ist", sagte der EMA-Direktor für Impfstrategien, Marco Cavalleri. Der zuständige Expertenausschuss hatte in einer außerordentlichen Sitzung über den Antrag des deutschen Herstellers BioNTech und seines US-Partners Pfizer beraten. Diese hatten Studien vorgelegt, die nach Angaben der EMA die sehr gute Wirksamkeit und gute Verträglichkeit bei Zwölf- bis 15-Jährigen belegen.

EU-Kommission muss noch zustimmen

Die EU-Kommission muss der Erweiterung der Zulassung noch zustimmen. Das aber gilt als Formsache.

Bisher war der BioNTech/Pfizer-Impfstoff in der EU nur für Menschen ab 16 Jahren zugelassen gewesen. In Kanada und den USA hatten die Gesundheitsbehörden bereits vor einigen Wochen die Anwendung auch bei Zwölf- bis 15-Jährigen erlaubt.

Der Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung liege bei 100 Prozent, wie die Studie der Hersteller zeigte. Nach der Impfung hätte es höchstens leichte Reaktionen gegeben. Es gebe keinerlei Anzeichen für schwere Nebenwirkungen, wie die EMA erklärte.

Die Impfung basiert auf einem neuartigen mRNA-Wirkstoff. Das mRNA-Molekül führt dabei laut EMA im Körper des Geimpften zur Bildung eines Proteins, das auch das Coronavirus besitzt und das es zum Eindringen in die Körperzellen braucht. Nach der Impfung bildet der Körper Abwehrzellen und aktiviert weiße Blutkörperchen. Mit ihnen ist der Patient dann gegen das Virus gerüstet.

Kein zusätzlicher Impfstoff

Durch die positive Entscheidung der EMA wird die deutsche Diskussion über die Kinderimpfung weiter angeheizt. Die Ständige Impfkommission (STIKO) deutete bereits an, dass sie möglicherweise auch im Fall einer EMA-Zulassung keine allgemeine Impfempfehlung für alle Kinder geben wolle, sondern nur für vorerkrankte Kinder.

Bundesregierung und Bundesländer hatten angekündigt, dass sich Kinder und Jugendliche in Deutschland ab dem 7. Juni gegen das Coronavirus impfen lassen können. Allerdings gibt es für sie keinen zusätzlichen Impfstoff, sie müssen sich wie alle anderen Impfwilligen um einen Termin bemühen.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version hieß es, die EMA habe den BioNTech/Pfizer-Impfstoff für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren empfohlen. Die Behörde spricht jedoch keine Empfehlungen aus, sondern ist für die Zulassungen zuständig.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. Mai 2021 um 17:00 Uhr.