Leere AstraZeneca-Ampullen | REUTERS

Aktualisierte Einschätzung EMA hält an AstraZeneca-Impfstoff fest

Stand: 18.03.2021 17:28 Uhr

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA empfiehlt den AstraZeneca-Impfstoff weiterhin. Das Vakzin sei "sicher und wirksam". Es werde aber eine Warnung vor möglichen Blutgerinnseln in den Beipackzettel aufgenommen.

Der Corona-Impfstoff von AstraZeneca ist aus Sicht der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) sicher. Man sei weiterhin der Ansicht, dass die Vorteile des Vakzins die Risiken überwögen, teilte die Behörde mit. "Die Impfung ist sicher und wirksam", sagte EMA-Chefin Emer Cooke.

Es gebe keine Hinweise darauf, dass von dem Impfstoff ein allgemein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel ausgehe. Zugleich habe eine Verbindung mit bestimmten Fällen aber auch nicht definitiv ausgeschlossen werden können. Daher würden die Prüfungen und Studien fortgesetzt.

Warnhinweis bei den Nebenwirkungen

Ein Ausschuss der Behörde plädiere dafür, ein "höheres Bewusstsein" für Risiken zu schaffen. Die EMA empfehle daher, eine Beschreibung dieser Fälle in die Beipackzettel für den Impfstoff zu geben, damit die Thrombosefälle den Mitarbeitern des Gesundheitswesens und Patienten bekannt seien.

Experten der EMA hatten zuvor die Daten der Fälle gemeinsam mit dem Hersteller des Impfstoffes, Experten für Bluterkrankungen sowie Gesundheitsbehörden geprüft. Cooke betonte, in klinischen Studien habe das Mittel eine Wirksamkeit von mindestens 60 Prozent gezeigt. Hinweise in der "echten Welt" deuteten daraufhin, dass die Wirksamkeit vielleicht noch höher sei.

Impfkampagnen in Verzug

Nach Berichten über das Auftreten schwerer Blutgerinnsel bei einigen Geimpften hatten Deutschland und mehr als ein Dutzend weitere europäische Staaten die Impfungen mit dem Vakzin vorerst gestoppt. Dadurch waren in den Ländern die Impfkampagnen in Verzug geraten.

In Deutschland hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Impfungen am Montag auf Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts ausgesetzt. Spahn betonte, dass es sich um eine Vorsichtsmaßnahme handele. Inzwischen gibt es bundesweit 13 gemeldete Fälle solcher Blutgerinnsel in zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte.

Auch WHO für Einsatz

AstraZeneca selbst hatte unter Berufung auf seine Impfdaten mitgeteilt, dass es keine Beweise für ein erhöhtes Risiko für die Blutgerinnsel gebe. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte am Mittwoch, den Impfstoff vorerst weiterhin zu empfehlen. "Die WHO ist der Meinung, dass die Vorteile die Risiken überwiegen", hieß es. Die Sicherheit des Vakzins werde aber weiter geprüft.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. März 2021 um 17:00 Uhr.

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Moderation 18.03.2021 • 20:35 Uhr

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