Ein Mitarbeiter hantiert mit AstraZeneca-Impfstoffen in der Lagerung eines Impfstoffzentrums in der Region Hovedstaden (Kopenhagen, Dänemark). | via REUTERS

Wegen Thrombose-Fällen Dänemark impft nicht mehr mit AstraZeneca

Stand: 14.04.2021 17:13 Uhr

Als erstes Land hat Dänemark angekündigt, dauerhaft auf den Corona-Impfstoff von AstraZeneca zu verzichten. Damit dürfte sich der Impfplan in dem Land um einige Wochen verzögern.

Dänemark wird als erstes Land den Corona-Impfstoff von AstraZeneca gar nicht mehr verwenden. Es gebe "echte und ernsthafte Hinweise" auf schwere Nebenwirkungen des Vakzins, erklärte der Chef der dänischen Gesundheitsbehörde, Sören Broström. Die Impfkampagne werde deshalb für alle Altersgruppen "ohne diesen Impfstoff fortgesetzt". Damit dürfte sich der Impfplan um einige Wochen verzögern.

Dänemark schloss nicht aus, das Vakzin zu einem späteren Zeitpunkt wieder einzusetzen. Tschechien bot der Regierung in Kopenhagen an, ihr die übrig bleibenden Dosen des AstraZeneca-Impfstoffs sofort abzukaufen: "Wir sind bereit, AstraZeneca von Dänemark abzukaufen", schrieb Innenminister Jan Hamacek auf Twitter. Unklar war indes, ob ein solcher Handel nach den EU-Beschaffungsregeln überhaupt möglich ist.

Reaktion auf Thrombose-Fälle

Hintergrund sind Berichte über einen etwaigen Zusammenhang zwischen dem Mittel und sehr seltenen Thrombosen. Dänemark hatte im März als erstes Land die Verwendung von AstraZeneca ausgesetzt. Viele weitere Länder folgten, auch in Deutschland wird der Impfstoff für bestimmte Altersgruppen nicht mehr verwendet.

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) und die Weltgesundheitsorganisation WHO empfehlen den Impfstoff dagegen weiterhin. Sie kamen nach Untersuchungen zu Fällen von Hirnvenenthrombosen nach AstraZeneca-Impfungen zu dem Schluss, dass der Nutzen der Impfung das Risiko überwiegt. In der EU müssen Blutgerinnsel inzwischen aber als "sehr seltene Nebenwirkung" im Beipackzettel aufgeführt werden. In Deutschland wird der AstraZeneca-Impfstoff wegen der selten auftretenden Blutgerinnsel grundsätzlich nur noch an Menschen ab 60 Jahren verabreicht.

Auch beim Vakzin von Johnson & Johnson wird momentan geprüft, ob es einen Zusammenhang von Thrombose-Fällen und dem Impfstoff geben könnte. Die USA hatten gestern Impfungen mit dem Vakzin vorübergehend ausgesetzt.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. April 2021 um 14:00 Uhr.