Hände träufeln Lösung in einen Corona-Test | dpa

Weltgesundheitsorganisation Indische Variante soll künftig Delta heißen

Stand: 01.06.2021 07:13 Uhr

Griechische Buchstaben statt Entdeckungsort: Die WHO will die Varianten des Coronavirus umbenennen. So soll die Stigmatisierung einzelner Länder vermieden werden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat beschlossen, Varianten des Coronavirus nach dem griechischen Alphabet zu benennen. Wie die WHO bekannt gab, sollen die Mutationen in der Reihenfolge ihrer Entdeckung umbenannt werden.

So heißt die sogenannte britische Variante B.1.1.7 nun Alpha, die erstmals in Südafrika entdeckte Mutante B.1.351 wird zu Beta, die brasilianische Variante P.1 zu Gamma. Bei der sogenannten indischen Variante B.1.617 wird unterschieden zwischen der besorgniserregenden Variante B.1.617.2, die zu Delta wird, und der Variante B.1.617.1, die derzeit als "von Interesse" eingestuft wird - sie heißt nun Kappa. 

Sorge vor Stigmatisierung

Die wissenschaftlichen Bezeichnungen hätten ihre Vorteile, seien aber schwer auszusprechen und zu behalten, und daher anfällig für eine falsche Wiedergabe, erklärte die WHO in Genf. "Deshalb benennen die Leute die Varianten oft nach dem Ort, wo sie entdeckt wurden, was stigmatisierend und diskriminierend ist."

Um dies zu verhindern und die öffentliche Kommunikation zu erleichtern, ermutige die WHO nationale Behörden, Medien und andere, die neuen Namen zu übernehmen. 

Monatelange Überlegungen

Der Entscheidung für das griechische Alphabet waren monatelange Überlegungen vorausgegangen, wie der daran beteiligte Bakteriologe Mark Pallen berichtet. Dabei hätten die Experten zunächst auch griechische Götter oder pseudo-klassische Wortschöpfungen in Betracht gezogen. Doch die Ideen seien verworfen worden, weil viele der Namen bereits genutzt würden - für Marken, Unternehmen oder Außerirdische.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. Juni 2021 um 09:00 Uhr.