Zahlreiche Menschen stehen in einer Schlange vor dem Abstrichzentrum für abfliegende Passagiere im Frankfurter Flughafengebäude "The Squaire"  | dpa

Einreise aus Risikogebieten Forderungen nach schärferen Auflagen

Stand: 26.06.2021 11:13 Uhr

Der Anteil der Delta-Variante in Europa steigt. Die SPD-Politiker Schwesig und Lauterbach machen sich nun dafür stark, die Auflagen für Reiserückkehrer deutlich zu verschärfen. Sie haben vor allem Virusvariantengebiete im Blick.

In Europa und Deutschland wächst die Sorge vor einer weiteren Pandemie-Welle. Denn die hochansteckende Delta-Variante des Coronavirus breitet sich immer weiter aus. Deshalb stuft Deutschland Portugal und Russland ab Dienstag als besondere Virusgebiete ein. Dieser Schritt hat ein weitreichendes Beförderungsverbot und strikte Quarantäneregeln für Einreisende zur Folge.

Wenn es nach den Willen der SPD-Politiker Manuela Schwesig und Karl Lauterbach geht, sollen Urlaubsrückkehrer sich künftig zweimal auf das Coronavirus testen lassen müssen. "Internationale Reisen dürfen nicht dazu führen, dass sich wieder mehr Menschen infizieren und das Virus nach Hause tragen", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Schwesig der "Rheinischen Post".

Für alle Rückkehrer aus Risikogebieten solle daher gelten, dass sie einen Test zu Beginn ihrer Rückkehr machen und einen weiteren nach fünf Tagen Quarantäne. Der Bund solle seine Verordnung entsprechend ändern oder die Länder selbst entscheiden lassen.

"Reise-Embargo wäre ratsam"

Das sieht auch Gesundheitsexperte Lauterbach so. Jeder, der aus einem anderen Land per Auto, Schiff oder Flugzeug nach Deutschland kommt, sollte einen negativen Test vorweisen und fünf Tage später einen weiteren PCR-Test machen müssen, sagte er der "Rheinischen Post". "Wer aus einem Risikogebiet oder einem Virusvariantengebiet kommt, sollte in dieser Zeit in Quarantäne bleiben", forderte Lauterbach.

Wegen der angespannten Corona-Lage in Großbritannien forderte der SPD-Politiker ein Reiseverbot für Briten in der Europäischen Union. Angesichts der dramatischen Corona-Entwicklung im Vereinten Königreich mitten in der Hauptreisesaison wäre ein Reise-Embargo aus dem Vereinigten Königreich nach Europa ratsam.

Es könne nicht sein, dass "in der letzten Phase vor der Impfung noch ganz Europa im Urlaub der Delta-Variante aus England ausgesetzt wird". In Großbritannien grassiert trotz einer erfolgreich voranschreitenden Impfkampagne die Delta-Variante.

14 Tage Quarantäne

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Freitag kurz vor den neuen Einstufungen vor einer vierten Corona-Welle auch in Deutschland gewarnt. Deutschland hat bisher 14 Länder als Virusvariantengebiete eingestuft, darunter ist auch Großbritannien. Portugal und Russland sind nun Nummer 15 und 16.

Die Einstufung zieht ein Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bus- und Bahnunternehmen nach sich. Sie dürfen nur noch deutsche Staatsbürger und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland über die Grenze bringen. Für diejenigen, die einreisen dürfen, gilt eine strikte 14-tägige Quarantänepflicht, die nicht durch einen Test verkürzt werden kann und auch für vollständig Geimpfte und Genesene gilt.

Höchstwerte in Portugal

Mit Portugal wird erstmals seit Wochen wieder ein EU-Land in die höchste Risikokategorie eingestuft. Die Entscheidung dürfte auch zahlreiche deutsche Touristen treffen, die entweder jetzt schon in Portugal im Urlaub sind, oder eine Reise dorthin geplant haben. Mit 1604 neuen Corona-Ansteckungen binnen 24 Stunden wurde in Portugal am Freitag nach Angaben des Gesundheitsministeriums der höchste Wert seit Februar registriert.

Auch in Russland hat sich die Corona-Lage in den vergangenen Wochen dramatisch verschärft. Landesweit gab es am Freitag 20.300 Neuinfektionen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. Juni 2021 um 09:50 Uhr und 12:00 Uhr.