Aus einer Ampulle wird eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff Comirnaty von BioNTech aufgezogen. | dpa

Kampf gegen Coronavirus EMA empfiehlt Zulassung von Impfstoffen für Kleinkinder

Stand: 20.10.2022 13:22 Uhr

Die Europäische Arzneimittelbehörde rät dazu, die Corona-Impfstoffe auch für Babys und Kleinkinder im Alter zwischen sechs Monaten und fünf Jahren zuzulassen. Allerdings sollten die Impfdosen für diese Altersgruppe geringer ausfallen.

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat den Weg frei gemacht für zwei Corona-Impfstoffe für Babys und Kleinkinder im Alter zwischen sechs Monaten und fünf Jahren. Mit den Impfstoffen der Hersteller Pfizer/BioNTech beziehungsweise Moderna könnten auch solche Kinder vor einer Corona-Infektion geschützt werden, teilte die EMA am Mittwoch in Amsterdam mit.

Beide Impfstoffe waren bereits für Erwachsene und Kinder ab fünf beziehungsweise sechs Jahren zugelassen. Allerdings sind die Dosen für Babys und Kleinkinder deutlich niedriger. Nun muss die EU-Kommission der Zulassung noch zustimmen; das gilt als Formsache. Ob aber überhaupt Babys eine Corona-Impfung angeboten wird, ist eine Entscheidung der EU-Mitgliedsstaaten.

Die EU-Behörde spricht sich bei den Impfungen für diese jungen Altersgruppen dafür aus, geringere Impfdosen zu verabreichen als bei älteren Kindern oder Erwachsenen. Die EMA betonte, dass die Vorteile des Schutzes durch eine Corona-Impfung die Risiken überwiegen würden. Allerdings wies sie auch auf mögliche Nebenwirkungen hin: So könnten Müdigkeit, Appetitlosigkeit sowie Hautausschlag oder Schmerzen an der Einstichstelle auftreten. Diese Nebenwirkungen seien aber meistens sehr milde und dauerten nur wenige Tage.

STIKO rät bisher zur Impfung ab fünf Jahren

Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Institutes rät bislang, Kinder ab einem Alter von fünf Jahren gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Die entsprechende Empfehlung sprach das Gremium Ende Mai dieses Jahres aus. Dabei wird Kindern zwischen fünf und elf Jahren, die nicht an Vorerkrankungen leiden oder durch andere Faktoren höheren Risiken infolge einer Impfung ausgesetzt sind, zunächst nur eine Impfdosis empfohlen. Für diese Basisimmunisierung spricht sich auch das RKI für die Vakzine Comirnaty oder Spikevax aus. Nach ärztlicher Aufklärung können Kinder dieser Altersgruppe auch eine vollständige Grundimmunisierung, also zwei Impfdosen, erhalten.

Für den Fall, dass Angehörige von Kindern zwischen fünf und elf Jahren ein hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf infolge einer Corona-Infektion aufweisen, rät das RKI zur vollständigen Grundimmunisierung der Kinder. Für Kinder, die selbst von einer solch hohe Gefährdung betroffen sind, empfiehlt die STIKO zudem eine Auffrischungsimpfung.

In USA bereits seit Juni empfohlen

In den USA hat die zuständige Behörde Federal Drug Administration (FDA) die Zulassung eines Impfstoffes für Kinder ab sechs Monaten bereits vor rund vier Monaten empfohlen - ebenfalls mit den Wirkstoffen von BioNTech/Pfizer oder Moderna.

Die Behörde begründete ihre Entscheidung mit der damaligen starken Ausbreitung der Omikron-Variante des Virus. Mit der Impfung sollten auch bei Kleinkindern das Risiko einer schweren Erkrankung im Falle einer Infektion möglichst gering gehalten werden.

Redaktionelle Anmerkung: In einer früheren Version dieses Textes hieß es fälschlicherweise, die EMA empfehle die Impfung von Kleinkindern. Die EMA hat allerdings nur die Zulassung von Impfstoffen für Kleinkinder empfohlen. Das haben wir entsprechend geändert.