Sanitäter in Schutzkleidung sprechen mit einem Kollegen an der Heckklappe eines Transporters. | dpa

Corona-Pandemie Britische Mutation hat Tschechien im Griff

Stand: 11.02.2021 16:57 Uhr

In Tschechien ist die britische Corona-Mutation weit verbreitet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt mittlerweile bei 483. Sachsen und Bayern wollen deshalb den Pendler-Verkehr ins Nachbarland einschränken.

Die britische Corona-Mutation breitet sich in Tschechien rasant aus. Untersuchungen zufolge liegt der Anteil der britischen Variante in einigen Bezirken bei bis zu 60 Prozent. Die 7-Tage-Inzidenz liegt in Tschechien mittlerweile bei 483.

Das Land ist von der Corona-Pandemie besonders stark betroffen. Seit Beginn der Pandemie gab es mehr als eine Million bestätigte Infektionen und 17.772 Todesfälle. Der EU-Mitgliedstaat hat rund 10,7 Millionen Einwohner.

Grenzgebiete zu Deutschland werden abgeriegelt

Besonders stark betroffen sind dabei Gebiete an der deutsch-tschechischen Grenze. Dort gibt es drei- bis viermal so viele Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner wie in anderen Landesteilen.

Drei Bezirke sollen nach Angaben der tschechischen Regierung abgeriegelt werden, davon zwei an der Grenze zu Deutschland. Die Bewohner dürften das Gebiet nicht mehr verlassen und Fremde dürften nicht einreisen. Allerdings soll es Ausnahmen geben, von denen Berufspendler profitieren könnten. Nähere Angaben dazu machte die Regierung jedoch nicht.

Sachsen und Bayern wollen Pendler-Verkehr einschränken

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte angesichts der Situation in Tschechien, dass das Abschotten bestimmter Hotspots dringend erforderlich sei. Der CDU-Politiker will den Pendler-Verkehr ins Nachbarland deshalb deutlich einschränken. Ausnahmen vom Pendler-Stopp soll es im Bereich der Krankenhäuser und Pflegeheimen sowie in der Landwirtschaft geben - und da vor allem bei der Versorgung von Tieren.

"Darüber hinaus werden wir keine Ausnahmen machen können", sagte Kretschmer. Tägliche Tests sollen zur Pflicht werden. Zudem ist an eine Art Pendler-Quarantäne gedacht: Betroffene sollen sich dann nach Rückkehr von der Arbeit zu Hause aufhalten. Die Möglichkeiten, das zu kontrollieren, seien aber begrenzt, hieß es.

Hinweisschilder mit Aufforderungen zum Corona-Test | dpa

Für tschechische Berufspendler gilt bereits eine verschärfte Testpflicht. Bild: dpa

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sprach sich für Kontrollen an der Grenze zu Tschechien aus. Bayern und Sachsen hätten den Bund gebeten, einige tschechische Regionen und auch Tirol zu Mutationsgebieten zu erklären, sagte Söder. Sobald das geschehen sei, sei eine Einreise nur noch mit einem negativen Test möglich. "Und wenn das passiert, stellen wir den Antrag an den Bund, stationäre Grenzkontrollen zu etablieren", so Söder.

Über dieses Thema berichtete Bayern 2 am 11. Februar 2021 um 15:00 Uhr.