Eine medizinische Mitarbeiter in Khayelitsha | dpa

Globaler Kampf gegen Pandemie G7-Staaten sagen Milliardenhilfen zu

Stand: 19.02.2021 18:24 Uhr

Die G7-Staaten wollen die Entwicklungsländer im Kampf gegen das Coronavirus mit Hilfen in Milliardenhöhe unterstützen. Doch das allein werde nicht ausreichen, mahnen Entwicklungsminister Müller und UN-Chef Guterres.

Deutschland hat beim digitalen G7-Gipfel 1,5 Milliarden Euro für den internationalen Kampf gegen das Coronavirus zugesagt. Die internationale Impfallianz Gavi erhalte davon eine Milliarde Euro, teilte die Bundesregierung mit. Die übrigen 500 Millionen Euro gehen an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und in die Forschung für Impfstoffe - vor allem mit Blick auf Mutationen des Virus.

Müller fordert mehr Engagement

Trotz dieser Zusagen pocht der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller auf weitere Bemühungen. Die bisher zugesagten Mittel reichten nicht aus, sagte er nach dem virtuellen Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Joe Biden. "Nur mit einer weltweiten Impfkampagne führt der Weg aus der Pandemie heraus", so Müller.

Das Vorhaben dürfe aber nicht an der Finanzierung scheitern. "Die G20 und die EU müssen ihr Engagement jetzt ebenfalls weiter ausbauen." Bislang fänden nur 0,5 Prozent der Corona-Impfungen in den ärmsten Ländern statt. Müllers Ministerium teilte mit, dass sich die reichen Länder bislang zwei Drittel der Impfdosen gesichert hätten, obwohl sie nur 16 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. Das Ziel sei, bis Jahresende 20 Prozent der Bevölkerung in 92 Entwicklungs- und Schwellenländern zu impfen.

500 Millionen Euro aus der EU

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen teilte auf Twitter mit, die EU werde ihren Beitrag für die internationale Impfallianz Gavi von 500 Millionen auf eine Milliarde Euro verdoppeln.

Allein 100 Millionen Euro seien dafür bestimmt, Impfstoffe für Afrika bereitzustellen. Zudem arbeite die EU mit Herstellern daran, Produktionskapazitäten in Afrika aufzubauen. Auch Lizenzen für lokale Produzenten würden entwickelt.

Zwei Milliarden US-Dollar noch im Februar

Auch die USA kündigten an, die Impfprogramme gegen das Coronavirus weltweit finanziell zu unterstützen. Seine Regierung wolle rund vier Milliarden US-Dollar für Kauf, Herstellung und Lieferung von Impfdosen für arme Länder zur Verfügung stellen, sagte US-Präsident Biden.

Empfänger der US-Hilfe ist die Covax-Initiative. Rund zwei Milliarden Dollar der Gesamtsumme sollen nach Angaben des Weißen Hauses bereits Ende Februar freigegeben werden.

Von den eigenen Impfvorräten wolle die US-Regierung allerdings nichts an andere Länder abgeben, berichten US-Medien. Genau darum hatte die WHO die reichen Industrienationen gebeten.

"Faire Verteilung der Impfstoffe"

Die Covax-Initiative ist dafür zuständig, auch ärmeren Staaten Zugang zu Impfstoffen zu verschaffen. Geleitet wird Covax gemeinsam von der WHO, der Impfallianz Gavi und dem Bündnis Cepi zur Impfstoff-Forschung. Das Covax-Programm braucht in diesem Jahr 6,8 Milliarden Dollar, um sein Ziel zu erreichen, mit 1,3 Milliarden Dosen rund 20 Prozent der Bevölkerung in Entwicklungsländern zu impfen.

Wegen der erst anlaufenden Produktion ist es aber trotz der Bereitstellung finanzieller Mittel für manche Länder schwierig, Impfstoffe zu bekommen. UN-Generalsekretär António Guterres forderte deshalb einen globalen Impfplan, um die Pandemie zu überwinden. "Impfstoffe müssen für alle und überall verfügbar und erschwinglich sein", sagte er. Eine faire Verteilung der Impfstoffe sei "entscheidend für die Rettung von Menschenleben und Volkswirtschaften".

Die ersten Impfdosen werden im Februar über Covax in 18 Entwicklungsländer geliefert, darunter Tunesien, Mali, Ruanda, Bolivien und die Philippinen, teilte das deutsche Entwicklungsministerium mit.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Februar 2021 um 17:00 Uhr.