Menschen stehen in einer Schlange vor einer Apotheke in Madrid, die Corona-Tests anbietet. | REUTERS

Corona in Europa Inzidenz in Spanien auf Höchstwert gestiegen

Stand: 04.01.2022 13:49 Uhr

Mitte Oktober hatte Spanien eine Inzidenz von 18. Inzwischen liegt sie bei 1348. Die Behörden betonen aber, man habe die Lage in den Krankenhäusern im Griff. In Großbritannien hingegen sind mehrere Kliniken im Krisenmodus.

In Europa steigen die Corona-Zahlen derzeit wieder deutlich. Eines der aktuell besonders betroffenen Länder ist Spanien. Dort stieg die Zahl der binnen einer Woche registrierten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner auf den neuen Höchstwert von 1348, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

Bei der letzten Veröffentlichung amtlicher Zahlen am vergangenen Donnerstag hatte die Sieben-Tage-Inzidenz bei 1086 gelegen. Mitte Oktober hatte Spanien noch einen Jahrestiefstwert von etwa 18 verzeichnet.

"Nur die wenigsten auf der Intensivstation"

Die Behörden beteuern unterdessen, dass die Lage in den Krankenhäusern auch dank der hohen Impfquote weiterhin weitgehend unter Kontrolle sei, da das Vakzin in den meisten Fällen für eine Ansteckung ohne Symptome oder mit einem milderen Krankheitsverlauf sorge. Spanien zählt zu den Ländern Europas mit der höchsten Impfquote.

Zuletzt waren in Spanien rund zehn Prozent aller Krankenhausbetten sowie 21 Prozent aller Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt. Auch diese Zahlen klettern, aber langsamer. "Nur die wenigsten Infizierten müssen auf die Intensivstation", erklärte Präsidentschaftsminister Félix Bolaños.

Notwendige Behandlungen nicht mehr möglich

Dramatischer ist die Lage in den britischen Krankenhäusern. Auch in Großbritannien ist die Impfquote hoch. Dort gilt Omikron inzwischen als die dominierende Variante. Sie gilt als deutlich ansteckender als die Delta-Variante. Es gibt aber Hinweise darauf, dass sie seltener zu schweren Krankheitsverläufen führt.

Probleme bereitet dem britischen Gesundheitssystem vor allem die Tatsache, dass viele Klinik-Mitarbeiter nicht eingesetzt werden können - entweder weil sie selbst erkrankt sind oder weil sie in Quarantäne müssen. Mehrere britische Kliniken riefen deshalb den Katastrophenfall aus.

Mindestens sechs Krankenhausstiftungen, zu denen teilweise mehrere Kliniken gehören, haben sich angesichts der heftigen Corona-Welle bereits zu diesem Schritt entschieden, wie die BBC berichtete. Krankenhäuser rufen den Katastrophenfall aus, wenn die Verantwortlichen der Ansicht sind, dass sie notwendige Behandlungen nicht mehr gewährleisten können.

Noch Wochen Druck auf Gesundheitssystem

Der Chef der NHS Confederation, in der Organisationen des nationalen Gesundheitsdienstes zusammengeschlossen sind, Matthew Taylor, schrieb der BBC zufolge in einem Beitrag, "in vielen Teilen des Gesundheitssystems sind wir aktuell im Krisenzustand". In einigen Krankenhäusern würden Beschäftigte bereits gebeten, freie Tage aufzugeben, damit der Betrieb aufrechterhalten werden könne.

Premierminister Boris Johnson gestand ein, dass der Druck auf das Gesundheitssystem voraussichtlich noch mehrere Wochen anhalten wird. Bislang wehrt sich die britische Regierung jedoch trotz Rekord-Neuinfektionszahlen, schärfere Maßnahmen einzuführen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 04. Januar 2022 um 07:33 Uhr.