Eine Mitarbeiterin eines Testzentrums hält ein Corona-Teststäbchen in der Hand  | dpa

Höchstwerte in vielen Ländern Europaweit steigende Corona-Zahlen

Stand: 28.12.2021 20:47 Uhr

Wie es um die Corona-Lage in Deutschland bestellt ist, lässt sich aufgrund von Meldeverzögerungen schwer abschätzen. Der Blick ins europäische Ausland verheißt aber nichts Gutes: In vielen Ländern gibt es so viele Neuinfektionen wie noch nie.

In Frankreich steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen seit Tagen deutlich an. Während am ersten Weihnachtsfeiertag erstmals mehr als 100.000 neue Fälle gemeldet wurden, registrierten die Behörden nun 179.807 Neuinfektionen binnen eines Tages. Welche Rolle die hochansteckende Omikron-Variante spielt, lässt sich aber noch nicht vollends abschätzen.

In Anbetracht der deutlich steigenden Fallzahlen hatte die französische Regierung am Montag ihre Corona-Maßnahmen noch einmal deutlich verschärft. Ziel ist es, eine Überlastung des Gesundheitswesens sowie eine gravierende Störung der Wirtschaft zu verhindern. 

Neuer Höchstwert in Großbritannien

Auch Großbritannien hat mit mehr als 129.000 Fällen einen neuen Höchstwert bei den Neuinfektionen verzeichnet. Die Behörden meldeten 129.471 Neuansteckungen in England und Wales binnen 24 Stunden. Die Zahl der Todesfälle stieg um 18 auf insgesamt 148.021. Die Zahlen aus Nordirland und Schottland lagen wegen Verzögerungen bei der Datenübermittlung über die Feiertage noch nicht vor. Die schottischen Behörden meldeten lediglich eine vorläufige Bilanz von 9360 Neuansteckungen.

Im Vereinigten Königreich, wo jede Region selbst für die Gesundheitspolitik verantwortlich ist, breitet sich derzeit die hochansteckende Omikron-Variante des Virus schnell aus. Wales, Nordirland und Schottland haben deshalb die Corona-Maßnahmen nach Weihnachten verschärft. Die für England zuständige Regierung von Premierminister Boris Johnson lehnt dies bislang ab.

Zahlen in Italien verdoppelt

Italien verzeichnet ebenfalls einen sprunghaften Anstieg der Corona-Fallzahlen. Binnen eines Tages meldete das Gesundheitsministerium mehr als 78.300 Neuinfektionen. Das sind weit mehr als doppelt so viele wie noch am Vortag. Zudem starben etwa 200 Menschen weitere Menschen im Zusammenhang mit dem Virus.

Das Mittelmeerland registrierte damit einen neuen Höchstwert seit Pandemie-Beginn. Zudem breitet sich laut Expertinnen und Experten auch dort die Omikron-Variante derzeit schnell aus.

Griechenland meldet neuen Höchstwert

Auch aus Griechenland werden neue Höchststände gemeldet. Die Gesundheitsbehörde registrierte in den vergangenen 24 Stunden insgesamt 21.657 Corona-Neuinfektionen. Das ist mehr als doppelt so viel wie am Tag zuvor und ein neuer Negativ-Rekord seit Beginn der Pandemie. Bisher lag die Zahl der Neuinfektionen in dem Land mit seinen rund elf Millionen Einwohnern täglich bei 3000 bis 5000 Fällen.

Den sprunghaften Anstieg führen die Fachleute auf die Omikron-Variante zurück, die sich vor allem in Athen ausbreitet. Gut die Hälfte der Neuinfektionen registrierten die Behörden im Großraum der Hauptstadt, bei rund 70 Prozent handele es sich um Omikron, hieß es im Staatsfernsehen.

Auch viele Neuinfektionen in Spanien

In Spanien wurden so viele Neuinfektionen innerhalb eines Tages registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Die Gesundheitsbehörden meldeten zuletzt 214.619 neue Fälle. Für den explosionsartigen Anstieg wird vor allem die Omikron-Variante verantwortlich gemacht. Allerdings ist die Zahl der infizierten Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, verhältnismäßig geringer als bei früheren Ausbrüchen.

Auch aus weiteren europäischen Ländern wird ein deutlicher Anstieg der Neuinfektionen gemeldet. Die Zahlen lassen sich aber nur schwer vergleichen, da es regional zu Meldeverzögerungen infolge der Feiertagen kommen kann.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 28. Dezember 2021 um 20:41 Uhr.