Grenzübergang Österreich - Deutschland | picture alliance / Franz Neumayr

Sorge vor Corona-Mutationen Österreich verschärft Einreiseregeln

Stand: 02.02.2021 11:47 Uhr

Während der Lockdown in der kommenden Woche gelockert werden soll, gelten für Reisende nach Österreich strengere Bestimmungen. Negativer Corona-Test, längere Quarantäne: Das sind die neuen Regeln.

Österreich verschärft aus Sorge vor der Verbreitung der Coronavirus-Mutationen die Einreiseregeln. Künftig müssten alle Einreisenden beim Grenzübertritt einen negativen Coronatest vorlegen, sagte Innenminister Karl Nehammer. Obendrein sei eine zehntägige Quarantäne einzuhalten. Ein Freitesten nach fünf Tagen sei nicht mehr möglich.

Die Regelungen betreffen auch Pendler. Sie müssten sich wie andere Einreisende auch nun online registrieren und einmal in der Woche einen negativen Coronatest vorlegen, sagte der ÖVP-Politiker. Das dürfte auch viele Deutsche treffen, die in grenznahen Städten wie Salzburg oder Bregenz arbeiten.

Karl Nehammer, Innenminister von Österreich | dpa

Die Strafen bei Verstößen gegen die Corona-Regeln werden erhöht, gab Karl Nehammer bekannt. Bild: dpa

Verstärkte Kontrollen in Skigebieten

Seit Beginn der Grenzkontrollen im Dezember seien drei Millionen Menschen überprüft worden, 200.000 seien in Quarantäne geschickt worden, sagte Nehammer weiter. Um möglichst jeden Grenzübertritt von Touristen zu verhindern, würden die Kontrollen in Skigebieten verstärkt. Zuletzt waren Fälle bekannt geworden, bei denen sich Ausländer als Arbeitssuchende ausgegeben hatten, letztlich aber zum Skifahren gekommen waren.

Der Innenminister sagte, dass die Strafen für die Verstöße gegen die Hygieneregeln deutlich erhöht werden. Das Nichttragen von FFP2-Masken oder ein Ignorieren des Mindestabstands koste nun jeweils 90 Euro.

Teilweise Lockerung des Lockdowns

Während die Regelungen für Einreisende damit schärfer werden, hat die österreichische Regierung eine teilweise Lockerung des harten Lockdowns ab dem 8. Februar beschlossen. Alle Geschäfte dürfen dann wieder öffnen - unter strengen Auflagen: So muss eine FFP2-Maske getragen werden, und die Zahl der Kunden wird begrenzt.

Auch Museen und Zoos dürfen wieder öffnen, Friseure wieder Kunden bedienen. Für einen Termin dort oder bei einer ähnlichen Dienstleistung ist aber ein negativer Test nötig, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. 

Auf vielfachen Wunsch von Eltern werden die Schulen in den Präsenzunterricht übergehen, teils allerdings in einem Schichtsystem. Schüler sollen regelmäßig getestet werden, wer kein negatives Ergebnis vorweisen kann, bleibt im Homeschooling.

Gelockert werden zum 8. Februar auch die Ausgangsbeschränkungen. Nach der derzeitigen Regelung darf man in Österreich das Haus rund um die Uhr nur aus triftigen Gründen verlassen, die aber sehr weit gefasst sind. Dazu zählen etwa Arbeit und Einkaufen, aber auch Spaziergänge oder Skifahren. Künftig gilt nur noch zwischen 20.00 und 6.00 Uhr eine Ausgangsbeschränkung, tagsüber dürfen sich wieder Angehörige zweier Haushalte treffen.

Kurz: Nicht als Entwarnung zu verstehen

"Bitte verstehen Sie diese punktuellen Lockerungen nicht als Entwarnung", sagte Kanzler Sebastian Kurz bei der Vorstellung der neuen Regeln. Sollten die Infektionszahlen steigen, müsse sofort wieder nachgeschärft werden. Epidemiologisch sei das Problem klar, räumte der ÖVP-Politiker ein: "Der sicherste Weg wäre es, im Lockdown zu verharren." Man sei sich aber auch im Klaren, dass Kinder ein Bedürfnis hätten, wieder in die Schule zu gehen. Zudem müsse alles getan werden, um die Arbeitslosigkeit so gering wie möglich zu halten.

Wann mit Öffnungsschritten für die Gastronomie, Hotels sowie den Sport- und Kulturbereich gerechnet werden kann, soll am 15. Februar entschieden werden. Österreich ist nach kurzzeitigen Lockerungen vor Weihnachten seit dem 26. Dezember in seinem dritten harten Lockdown. Die Zahl der Neuinfektionen ging dadurch zurück - allerdings nicht in dem Maß, wie von der Regierung erhofft.

Die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tage pro 100.000 Einwohner - liegt in Österreich aktuell bei 105 und damit höher als in Deutschland, wo es bislang keine Beschlüsse für Lockerungen gibt.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 01. Februar 2021 um 22:30 Uhr.