Eine biologisch-technische Assistentin bereitet PCR-Tests auf das Corona-Virus vor (Archivbild) | dpa

Vermeintliche Corona-Variante "Deltakron" war wohl Fehlalarm

Stand: 10.01.2022 12:58 Uhr

Eine Corona-Mischform aus Delta und Omikron - "Deltakron" - wollte ein Forscher auf Zypern entdeckt haben. Experten gehen allerdings davon aus, dass dies auf Verunreinigungen bei der Laboranalyse zurückgeht.

Der vermeintliche Nachweis einer neuen Misch-Variante des Coronavirus aus Delta und Omikron in Zypern geht Experten zufolge wohl auf Verunreinigungen während der Analyse zurück. "Diese Genome sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Artefakte", sagte Richard Neher von der Universität Basel, Experte für Virusvarianten, der Nachrichtenagentur dpa.

Die Omikron-Mutationen, die hier in einem Zusammenhang mit Delta-Genomsequenzen beobachtet würden, beträfen alle einen DNA-Abschnitt, der bei Delta-Nachweisen oft sehr schwach ausfalle und daher sehr anfällig für Kontamination sei, so Neher.

Berichte über "Deltakron"-Fälle auf Zypern

Zuvor kursierten Berichte mit Verweis auf ein Interview mit dem örtlichen Sender Sigma TV, denen zufolge Leontios Kostrikis von der Universität Zypern 25 Fälle identifiziert haben wollte, in denen eine Mischvariante aus Delta und Omikron - "Deltakron" genannt - Ursache der Infektionen war.

"Es ist zwar durchaus möglich, dass es Rekombinanten gibt, aber bislang wurden keine größeren Ausbrüche mit solchen Varianten beobachtet", betonte der Baseler Forscher Neher. "Diese Genome aus Zypern sind vermutlich keine Rekombinanten."

Neben Neher bezweifelten noch weitere Wissenschaftler das Auftreten einer solchen Mischform, etwa die WHO-Expertin Maria van Kerkhove. Sie schrieb auf Twitter, das Ergebnis gehe wahrscheinlich auf Verunreinigungen beim Sequenzieren zurück.

Griechischer Krisenstab spricht von technischem Fehler

Auch ein Mitglied des griechischen Krisenstabes für die Corona-Pandemie, Gikas Magiorkinis, erklärte, dass die Berichte über eine Mischform des Coronavirus falsch seien. "Erste Analysen zeigen, dass es sich um einen technischen Fehler des Labors handelt", twitterte der Epidemiologe.

Der vermeintliche Entdecker von "Deltakron", Kostrikis, wollte eine Fehleinschätzung zunächst allerdings nicht einräumen, er beharrte am Montag auf seinen Ergebnissen.