Ein Intensivpfleger ist auf der Covid-19 Intensivstation im Städtischen Klinikum Dresden mit der Versorgung von Corona-Patienten beschäftigt. | dpa

Studien zu britischer Variante B.1.1.7 doch nicht tödlicher?

Stand: 13.04.2021 13:22 Uhr

Bisherigen Studien zufolge führte die in Großbritannien entdeckte Corona-Mutante häufiger zum Tod. In zwei Studien ist nun jedoch keine höhere Sterblichkeit festgestellt worden - aber eine höhere Viruslast.

Die zunächst in Großbritannien entdeckte Corona-Variante B.1.1.7 ist aktuellen Studien zufolge ansteckender als die ursprüngliche Form, allerdings nicht tödlicher. Zu diesem Schluss kommen Forscher in zwei separaten Studien, die in den Fachmagazinen "The Lancet Infectious Diseases" und "The Lancet Public Health" veröffentlicht wurden.

Zuvor hatte es teilweise die Annahme gegeben, die Variante B.1.1.7 sei nicht nur leichter übertragbar als die in Wuhan entdeckte Wildform des Virus, sondern könne auch zu einer höheren Sterblichkeit unter den Patienten führen.

Lauterbach: "Gutes und überraschendes Ergebnis"

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach nannte die nun in "The Lancet Infectious Diseases" veröffentlichte Studie "gut gemacht". Dass sie die erhöhte Sterblichkeit der Bristol-Studie nicht bestätige, sei "ein gutes und überraschendes Ergebnis", schrieb er auf Twitter.

In ihrer Studie untersuchten Forscher des University College London mit PCR-Tests die Viruslast von Infizierten und werteten die in diesem Zeitraum aufgetretenen schweren Verläufe und Todesfälle aus. Bei Infizierten mit der sogenannten britischen Variante stellten sie eine höhere Viruslast fest. Der Anteil der Patienten, die an Covid-19 starben, war jedoch bei der Variante nicht erhöht.

Forscher hatten gute Vergleichbarkeit

Die andere in "The Lancet" veröffentlichte Studie wertete Symptome von Covid-Patienten aus, die diese über eine App des Gesundheitssystems meldeten. Mittels Gensequenzierung stellten sie zudem fest, an welcher Corona-Variante die Betroffenen erkrankt waren.

Auch diese Studie stellte keine signifikanten Unterschiede bei der Schwere der Erkrankung sowie bei nachweisbaren Langzeitwirkungen einer Infektion fest. Die Forscher wiesen jedoch für die britische Variante eine deutliche Erhöhung des R-Wertes nach, der die Entwicklung der Pandemie beschreibt. Das spricht ebenfalls für eine erhöhte Übertragbarkeit der Variante.

Da die Studien beide im vergangenen Winter in London und Südengland durchgeführt wurden, wo sich die Variante B.1.1.7 zu dieser Zeit rapide ausbreitete, hatten die Forscher eine gute Vergleichbarkeit beider Varianten. Allerdings räumen die Wissenschaftler ein, dass zusätzliche Studien nötig seien, um die Erkenntnisse weiter zu bestätigen.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 13. April 2021 um 08:00 Uhr in den Nachrichten.