Sicherheitspersonal steht neben den olympischen Ringen vor dem Hauptquartier des japanischen Olympischen Komitees in Tokio (Japan). | REUTERS

Impfstoff für Japan EU genehmigt Export von 100 Millionen Impfdosen

Stand: 27.05.2021 17:25 Uhr

Trotz eigener Engpässe in den vergangenen Monaten hat die EU den Export von 100 Millionen Impfdosen nach Japan genehmigt. Ein Grund für die Entscheidung sind auch die anstehenden Olympischen Sommerspiele in Tokio.

Die Europäische Union hat trotz eigener Engpässe den Export von mehr als 100 Millionen Dosen Corona-Impfstoff nach Japan genehmigt. Die Exportgenehmigungen seien "ein starkes Zeichen", dass die EU "die Vorbereitung der Olympischen Spiele unterstützt", sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Mit den 100 Millionen Impfdosen könne rechnerisch rund 40 Prozent der japanischen Bevölkerung geimpft werden, so von der Leyen in einer Videokonferenz mit dem japanischen Ministerpräsidenten Yoshihide Suga und EU-Ratspräsident Charles Michel.

Von der Leyen konnte jedoch nicht sagen, wie viele der 100 Millionen Impfdosen schon exportiert worden sind. Die EU habe keine Informationen über die Lieferzeitpläne der Pharmaunternehmen.

Eine Kommissionssprecherin präzisierte, dass sich die Zahl der gut 100 Millionen Dosen auf die Zeit seit der Einführung der Exportkontrolle durch die EU Ende Januar beziehe. "Für die Lieferungen sind die Pharmafirmen zuständig", sagte sie. Üblicherweise erfolgten diese nach der Exportgenehmigung aber "einige wenige Wochen später."

Japan: Nur zwei Prozent bisher geimpft

In Japan sind bislang nur zwei Prozent der 125 Millionen Einwohner vollständig geimpft. Zuletzt wurde in dem asiatischen Land die Kritik an der langsamen Impfkampagne lauter - auch da die Olympischen Sommerspiele in Tokio bereits in zwei Monaten beginnen sollen. Die Spiele in Japans Hauptstadt werden vom 23. Juli bis 8. August unter strengsten Hygiene- und Corona-Regeln veranstaltet.

Klimawandel: Künftig engere Zusammenarbeit

Bei den Spitzengesprächen zwischen den EU-Vertretern und dem japanischen Ministerpräsidenten wurde zudem eine «grüne Allianz» vereinbart. Sie soll den Kampf gegen Klimawandel und Umweltzerstörung intensivieren.

Japan sei eines der ersten Länder gewesen, die sich zur Klimaneutralität bis 2050 verpflichtet habe und engagiere sich wie die EU sehr für langfristige Ziele, erklärte von der Leyen. Deswegen wolle man bei dem Thema künftig viel enger zusammenarbeiten. Michel sagte, es solle unter anderem mehr Kooperation bei der Vorbereitung der Energiewende, in Wirtschaftsfragen und bei der Regulierungszusammenarbeit geben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Mai 2021 um 16:00 Uhr.