Straßenszene in London | picture alliance / ZUMAPRESS.com

Britische Corona-Studie Ungeimpfte infizieren sich dreimal häufiger

Stand: 04.08.2021 16:57 Uhr

Ungeimpfte stecken sich dreimal häufiger mit Corona an als jene, die einen vollständigen Schutz erhalten haben. Das ist der Befund einer britischen Studie. Die Forscher fanden auch Anzeichen, dass geimpfte Infizierte seltener andere anstecken.

Ungeimpfte Menschen haben einer aktuellen britischen Studie zufolge ein dreimal so hohes Risiko, sich mit Corona zu infizieren, wie vollständig Geimpfte. In der Untersuchung von Forschern des Imperial College London infizierte sich im Untersuchungszeitraum einer von 160 Probanden mit dem Coronavirus. Die sogenannte Prävalenzrate lag demnach bei den Ungeimpften bei 1,21 Prozent, bei vollständig Geimpften bei 0,4 Prozent.

"Diese Ergebnisse bestätigen unsere vorherigen Daten und zeigen, dass eine vollständige Impfung guten Schutz davor bietet, sich zu infizieren", sagte der Studienleiter Paul Elliot in einer Mitteilung. Da jedoch kein Impfstoff eine hundertprozentige Wirksamkeit habe, gebe es auch für Geimpfte noch ein gewisses Risiko.

Risiko um bis zu 60 Prozent geringer

Die am Imperial College geleitete Studie führt regelmäßige Testreihen unter zufällig ausgewählten Stichproben durch und liefert somit ein realistisches Abbild der Epidemie Entwicklung in England. Die Forscher fanden in ihrer Auswertung auch Anzeichen dafür, dass geimpfte Infizierte seltener andere Menschen anstecken, da ihre Viruslast geringer sein könnte.

100 Prozent der in der Studie analysierten Proben waren Fälle der Delta-Variante, die in Großbritannien mittlerweile flächendeckend verbreitet ist. Nachdem die Forscher auch Faktoren wie Alter, Geschlecht und andere demografische Merkmale in die Studie einbezogen, kamen sie zu dem Ergebnis, dass die Geimpften in der Stichprobe verglichen mit den nicht Geimpften ein um 50 bis 60 Prozent reduziertes Risiko hatten, sich zu infizieren. 

Wirksamkeit sinkt gegen Delta

Andere Forscher hatten zuvor schon die Impfwirkung mit Blick auf eine Corona-Erkrankung untersucht. So entdeckte ein Team um Jamie Lopez Bernal von der Gesundheitsbehörde Public Health England eine etwas verminderte Effektivität von Impfstoffen gegen die Delta-Variante.

Die Wirksamkeit des Produkts von BioNTech/Pfizer gegen eine Corona-Erkrankung durch Delta lag bei 88 Prozent. Bei AstraZeneca waren es 67 Prozent, wie das Team im "New England Journal of Medicine" (NEJM) schreibt. Zum Vergleich: Die Effektivität gegen die Ursprungsvariante betrug bei BioNTech/Pfizer 95 Prozent und bei AstraZeneca rund 80 Prozent.

Da die Wirkung gegen Delta nach nur einer Spritze bei beiden Impfstoffen noch erheblich geringer gewesen sei, sollten Menschen unbedingt zweimal damit geimpft werden, schreiben die Forscher.

Das deutsche Robert Koch-Institut rät, trotz Impfung die Infektionsschutzmaßnahmen einzuhalten.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 04. August 2021 um 17:05 Uhr.