Feuerwehrleute bekämpfen einen Waldbrand in der Nähe der Stadt Manavgat (Türkei).

Italien, Griechenland, Türkei Brände und extreme Hitze am Mittelmeer

Stand: 30.07.2021 16:15 Uhr

In der Türkei ist die Feuerwehr seit Tagen im Einsatz - im Landesinneren und in Urlaubsregionen an der Küste. Auch in Italien brennt es. Griechenland leidet unter extremer Hitze. Dort werden Temperaturen bis zu 45 Grad erwartet.

Einige Urlaubsländer im Süden kämpfen mit extremer Hitze, Trockenheit und Bränden. Betroffen sind besonders die Türkei, Italien und Griechenland.

Zahlreiche Feuer in der Türkei

In der Türkei sind seit Mittwoch zahlreiche Brände an unterschiedlichen Orten der bei Touristen beliebten Mittelmeerküste ausgebrochen. Laut Fahrettin Altun, dem Kommunikationsdirektor des türkischen Präsidenten, waren es bis zum Morgen insgesamt 63 Feuer, andere sprechen von 71 Feuern.

Auf Fernsehbildern waren meterhohe Flammen, dunkle Wolken und verkohlte Landschaften zu sehen. Besonders schlimm wüteten die Brände im Raum Manavgat und Akseki in der Provinz Antalya, wo heftiger Wind die Flammen am Mittwoch auf bewohnte Gebiete zutrieb. Durch die Brände sind bisher offiziellen Angaben zufolge vier Menschen getötet worden. Zahlreiche Menschen wurden verletzt, unter ihnen auch ein Deutscher. Viele Haushalte waren und sind ohne Strom.

Feuer, die in ihrer Zahl normalerweise über einen langen Zeitraum auftreten, seien innerhalb von zwei Tagen ausgebrochen, sagte Bekir Pakdemirli, der Minister für Land- und Forstwirtschaft. Die Ermittlungen zu den Brandursachen laufen derweil weiter, erklärte er. Leider gebe es dazu viele Spekulationen im Netz. In den sozialen Medien wurden Vermutungen laut, Zahl und Ausmaß der Brände legten nahe, dass es sich um gezielte Anschläge handle. Auch diese Möglichkeit werde untersucht, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte, bisher seien drei Menschen im Zusammenhang mit den verheerenden Bränden festgenommen worden.

Es gibt auch gute Nachrichten: 57 der 71 Feuer seien inzwischen eingedämmt oder gelöscht, sagte Pakdemirli. Bei allen noch aktiven Bränden verbessere sich die Lage.

Rauch von einem Waldbrand steigt in Marmaris (Türkei) in den Himmel. | EPA

Auch viele Orte am Mittelmeer sind betroffen - wie hier Marmaris. Bild: EPA

Brände auf Sardinien und Sizilien

Auf der italienischen Insel Sizilien kämpfte die Feuerwehr auch in der Nacht südlich von Palermo gegen Waldbrände. Die Zivilschutzbehörde sagte für heute für fast alle Provinzen der Insel die höchste Brandrisiko-Stufe voraus. Auf Sizilien herrschen derzeit Temperaturen weit über 30 Grad Celsius. Neben der Hitze begünstigt Trockenheit die Feuer.

Auch andere Teile Italiens sind von Bränden betroffen, etwa der Westen der Insel Sardinien. Dort richteten die Flammen in den vergangenen Tagen gewaltige Schäden an. Auf dem Festland rückte die Feuerwehr nach eigenen Angaben in Süditalien zu zahlreichen Einsätzen wegen Busch- und Waldbränden aus.

Ein Feuerwehrmann kämpft gegen die Flammen in der Nähe des sizilianischen Dorfes Erice. | via REUTERS

Waldbrand auf Sizilien... Bild: via REUTERS

Ein Feuerwehrmann kämpft gegen die Flammen in der Nähe von Oristano auf Sardinien.

... und auf Sardinien.

Extreme Hitze in Griechenland

In Griechenland geht eine seit Anfang der Woche andauernde Hitzewelle auf ihren Höhepunkt zu. Am Wochenende soll es um die 40 Grad heiß werden. In der kommenden Woche wird es noch extremer: Meteorologen rechnen mit Temperaturen in Mittelgriechenland bis zu 45 Grad. Nachts werden die Werte in den Ballungszentren nicht unter 30 Grad fallen.

Diese Hitzewelle sei eine der längsten seit Jahrzehnten, sagten Wetterexperten im Staatsfernsehen. Die Temperaturen sollen demnach tagsüber erst nach dem 8. August wieder unter 40 Grad fallen.

Der Zivilschutz ordnete an, Arbeiten im Freien einzustellen oder so weit wie möglich zu reduzieren. Städte haben klimatisierte Hallen aufgemacht, in denen Menschen Zuflucht finden können, die keine Klimaanlage zu Hause haben.

Ärzte rieten Einwohnern und auch Touristen, sich nicht in der prallen Sonne aufzuhalten und keinen Alkohol zu trinken. Man sollte öfter duschen und helle weite Baumwollkleidung tragen.

Touristen laufen während der Hitzewelle in Athen an einem Café durch Wasserstrahlen, das auf den Gehweg versprüht wird. | AFP

Erfrischung gegen die Hitze - wie hier in Athen. Bild: AFP

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. Juli 2021 um 08:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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Sisyphos3 30.07.2021 • 23:25 Uhr

22:50 von saschamaus75 @18:10 von Karl Maria Jose...

Jepp, dieses nennt sich Klimawandel. Und bevor Sie jetzt wieder argumentieren, 'Das war schon früher so'. --- alles schön und gut und ich würde ihnen ja gerne glauben dass sie das ablehnen Zitat: "Das war schon früher so'." aber die Mayas gingen doch unter weil sich große Trockenheit einstellte ebenso die Hochkulturen im Vorderen Orient Hethiter, Asyrer etc und in Ägypten herrschte Chaos und das innerhalb weniger Jahrzehnte