Joe Biden und Andrzej Duda | AP

US-Präsident an der NATO-Ostflanke Biden würdigt Polens Einsatz für Flüchtlinge

Stand: 25.03.2022 21:37 Uhr

US-Präsident Biden hat sich zum Beginn seines Polen-Besuchs über die Versorgung ukrainischer Flüchtlinge informiert. Außerdem traf er US-Soldaten - und nannte Russlands Präsidenten Putin erneut einen "Kriegsverbrecher".

US-Präsident Joe Biden hat mit einem Besuch an der NATO-Ostflanke Polens Einsatz bei der Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine gewürdigt. "Ich bin hier in Polen, um die humanitäre Krise aus erster Hand zu sehen", sagte Biden im polnischen Rzeszow - nur 90 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. Gemeinsam mit Polens Staatsoberhaupt Andrzej Duda informierte sich Biden über die Versorgung der Geflüchteten. Knapp 2,24 Millionen sind bislang eingereist, ein Großteil ist in Polen geblieben.

Biden äußerte sich enttäuscht, dass er die Folgen des russischen Angriffskriegs nicht so direkt sehen könne, wie er es an anderen Krisenschauplätzen der Welt getan habe. Aus Sicherheitsgründen dürfe er die Grenze zur Ukraine nicht überqueren, "um zu sehen, was in der Ukraine vor sich geht", sagte er.

US-Präsident Joe Biden mit US-Soldaten in einer Kantine | REUTERS

US-Präsident Biden sprach in Polen auch mit dort stationierten US-Soldaten. Bild: REUTERS

Biden nennt Putin erneut "Kriegsverbrecher"

Biden besuchte in Rzeszow auch dort stationierte US-Truppen. Vor Mitgliedern einer Luftlandedivision sagte er: "Sie befinden sich mitten in einem Kampf zwischen Demokratien und Oligarchen." Es gehe bei der Abwehr der russischen Aggression auch um die Freiheit der Kinder und Enkel der Soldaten. Zugleich bezeichnete Biden Russlands Präsidenten Wladimir Putin wegen des Einmarschs und Angriffen auf zivile Ziele erneut als "Kriegsverbrecher".

Am Abend brach Biden Richtung Warschau auf, wo er am Samstag weitere Termine wahrnehmen wird. Unter anderem will er eine Rede zum Krieg halten. Biden werde darüber sprechen, warum es so wichtig sei, "dass die freie Welt angesichts der russischen Aggression Einigkeit und Entschlossenheit" bewahre, kündigte sein Nationaler Sicherheitsberater Jake Sullivan an. Auch ein bilaterales Treffen mit seinem polnischen Kollegen Duda steht auf dem Programm.

Flugzeug von Duda muss notlanden

Bidens Reise an die NATO-Ostflanke hatte am Nachmittag mit einer Programmänderung begonnen. Grund dafür war, dass das Flugzeug mit Duda an Bord wegen eines Schadens nach Warschau zurückkehren musste. Zehn Minuten nach dem Abflug sei er darüber informiert worden, dass das Flugzeug instabil sei, sagte Duda am Abend. "Und in der Tat, kurz darauf spürten wir, dass das Flugzeug merkwürdig schwankte, und der Pilot entschied, dass er nach Warschau zurückkehren musste, weil er dort bessere Bedingungen für die Landung hat." Dort stieg Duda dann in ein Ersatzflugzeug um.

Biden hätte am Flughafen Rzeszow eigentlich von Duda begrüßt werden sollen. Der US-Präsident stieg nach der Landung zunächst fast eine Stunde lang nicht aus der Air Force One aus - erst gegen 15 Uhr verließ er das Flugzeug. Er wurde unter anderem von dem polnischen Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak in Empfang genommen. Die Ersatzmaschine mit Duda an Bord landete etwa zeitgleich auf dem Flughafen.