Munira Mirza und Boris Johnson | picture alliance / empics

Nach Attacke auf Labour-Chef Enge Beraterin Johnsons tritt zurück

Stand: 03.02.2022 20:51 Uhr

Eine enge Beraterin des britischen Premiers Johnson hat ihren Rücktritt angekündigt. Der Grund: Kritik am Verhalten ihres Chefs. Johnson hatte Oppositionsführer Starmer zuvor hart attackiert.

Munira Mirza gehörte über Jahre zum engsten Kreis von Premierminister Boris Johnson. Jetzt aber kündigte sie ihren Rücktritt an - als Reaktion auf eine verbale Attacke von Premierminister Boris Johnsons auf Oppositionschef Keir Starmer. Mirza warf Johnson in ihrem Kündigungsbrief, der dem britischen "Spectator" vorliegt, eine "unangemessene" Referenz zu einem entsetzlichen Missbrauchsfall vor, für die es keine Grundlage gebe.

Johnson hatte Starmer damit attackiert, dass in seiner Zeit als Leiter der Staatsanwaltschaft nicht gegen den pädophilen BBC-Moderator Jimmy Savile ermittelt worden sei. Savile gilt als einer der schlimmsten Sexualverbrecher der britischen Geschichte. Er starb 2011, ohne je für seine Taten strafrechtlich belangt worden zu sein. Starmer war zwar damals im Amt, hatte aber mit dem Fall Savile nichts zu tun.

14 Jahre für Johnson gearbeitet

Dem "Spectator" zufolge hat Mirza 14 Jahre lang für Johnson gearbeitet. Zwar habe Johnson versucht, seinen Kommentar nachträglich zu erklären, aber sich - anders als von ihr empfohlen - nicht entschuldigt, schrieb die Beraterin.

Britische Kommentatoren werteten den Rücktritt als weiteren Schlag für Johnson, der wegen der "Partygate"-Affäre heftig unter Druck steht. Ein Untersuchungsbericht wirft den Verantwortlichen in der Downing Street Führungsversagen und Regelbrüche vor, außerdem ermittelt die Polizei. Einige Abgeordnete seiner eigenen Partei haben Johnson bereits schriftlich ihre Unterstützung entzogen.

Auch Kommunikationschef tritt zurück

Außerdem kündigte der "Daily Mail" zufolge noch ein weiterer hochrangiger Downing-Street-Mitarbeiter seinen Rücktritt an - was Downing Street auch nicht abstritt. Der bisherige Kommunikationschef Jack Doyle, der früher selbst für die "Daily Mail" arbeitete, betonte jedoch, seine Entscheidung habe nichts mit Mirzas Rücktritt zu tun. Die vergangenen Wochen hätten sein Familienleben stark belastet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. Februar 2022 um 21:00 Uhr.