Im Auftrag der niederländischen Lebensmittelkontrollbehörde NVWA werden Eier aus einer Geflügelfarm in Onstwedde zerstört, weil sie mit dem Insektizid Fipronil verseucht sind.  | dpa

Fipronil-Skandal Haftstrafe für Hauptverdächtigen

Stand: 04.06.2021 15:04 Uhr

Der Angeklagte hatte ein "Wundermittel" gegen ein in Hühnerställen verbreiteten Schädling auf den Markt gebracht, das das Gift Fipronil enthielt. Ein Gericht in Belgien verurteilte ihn nun zu drei Jahren Haft.

Vier Jahre nach dem Skandal um giftiges Fipronil in Hühnereiern ist in Belgien einer der Hauptverdächtigen zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Zwei Jahre der Strafe wurden zur Bewährung ausgesetzt, wie die Nachrichtenagentur Belga meldete.

Der heute 49 Jahre alte Angeklagte hatte nach Feststellung des zuständigen Gerichts in Antwerpen vor Jahren ein "Wundermittel" gegen den in Hühnerställen verbreiteten Schädling Rote Vogelmilbe auf den Markt gebracht. Das Produkt enthielt jedoch verbotenerweise das Gift Fipronil, das anschließend in Eiern nachgewiesen wurde.

Millionen Eier mussten vernichtet werden

Wegen des Skandals im Sommer 2017 mussten Millionen in der ganzen EU ausgelieferte Eier vernichtet werden, auch in Deutschland. Hunderte Hühnerfarmen wurden zeitweise gesperrt, vor allem in Belgien und den Niederlanden.

Fipronil ist als Mittel zur Schädlingsbekämpfung zugelassen, allerdings nicht in der Lebensmittelproduktion. Das Gift gilt als gesundheitsschädlich. Die damals nachgewiesenen Mengen waren allerdings meist relativ gering.

Ein erster Verdachtsfall war in Belgien im Juni 2017 bekannt geworden. Die Behörden standen heftig in der Kritik, weil dies erst Wochen später über das europäische Schnellwarnsystem an die übrigen EU-Länder weitergegeben worden war. Im Laufe der Ermittlungen wurde deutlich, dass das giftige Mittel schon Monate, wenn nicht Jahre vorher eingesetzt worden war.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 04. Juni 2021 um 13:40 Uhr.