Swetlana Tichanowskaja | AFP

Belarusische Oppositionsführerin Terrorermittlungen gegen Tichanowskaja

Stand: 30.03.2021 08:17 Uhr

Belarus hat Ermittlungen wegen Terrorverdachts gegen die Oppositionsführerin Tichanowskaja eingeleitet. Sie soll Anschläge in der Hauptstadt Minsk geplant haben. Aus dem Exil hatte sie zuletzt zu neuen Protesten aufgerufen.

Die Behörden in Belarus haben strafrechtliche Ermittlungen gegen Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja unter dem Vorwurf des Terrorismus eingeleitet. Sie und mehrere weitere nicht namentlich genannte Personen stünden im Verdacht, vor einigen Tagen Explosionen und Brandanschläge in der Hauptstadt Minsk geplant zu haben, erklärte Generalstaatsanwalt Andrej Schwed.

Nach der umstrittenen Wahl im August des vergangenen Jahres geriet Tichanowskaja ins Visier der belarusischen Staatsanwaltschaft. Bei der von Fälschungsvorwürfen überschatteten Präsidentenwahl war sie als Kandidatin der Opposition angetreten. Ihr und anderen Personen aus dem Kreis der Demokratiebewegung wird vorgeworfen, einen Umsturz geplant zu haben, um die Macht an sich zu reißen.

Protestaufruf aus dem Exil

Nach der umstrittenen Wiederwahl des langjährigen Präsidenten Alexander Lukaschenko kam es in Belarus zu Massenprotesten gegen den häufig als letzten Diktator Europas bezeichneten Staatschef. Mehr als 33.000 Demonstrierende kamen in Haft, viele wurden von Sicherheitskräften geschlagen. Tichanowskaja erkennt das Wahlergebnis weiterhin nicht an, ebenso wenig wie die USA und die EU.

Tichanowskaja floh nach der Wahl ins Exil nach Litauen. Von dort rief sie in der vergangenen Woche zu einer neuen Protestwelle auf, nachdem die Demonstrationen im Winter abgeflaut waren. Die Polizei in Minsk ging daraufhin gegen Oppositionsanhänger vor, die zu neuen Protesten zusammenkommen wollten. Hunderte Menschen wurden festgenommen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. März 2021 um 08:00 Uhr.