Außenministerin Annalena Baerbock legt in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem einen Kranz nieder. | EPA

Yad Vashem Baerbock gedenkt der Opfer des Holocaust

Stand: 10.02.2022 10:33 Uhr

Außenministerin Baerbock hat in der Gedenkstätte Yad Vashem der Opfer der NS-Zeit gedacht. Mehrfach stockte ihr die Stimme. Sie mahnte, die Erinnerungen wach zu halten und rief auf, gegen Antisemitismus zu kämpfen.

Außenministerin Annalena Baerbock hat in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel der von Nazi-Deutschland ermordeten sechs Millionen Jüdinnen und Juden gedacht und zum entschlossenen Kampf gegen Antisemitismus aufgerufen. "Es ist unsere unbedingte Verpflichtung, gerade als jüngere Generation die Erinnerung wach zu halten, insbesondere wenn immer weniger Zeitzeuginnen und Zeitzeugen unter uns sind", sagte sie in Jerusalem.

"Und es ist unsere Verantwortung, unsere Stimme zu erheben gegen Antisemitismus, gegen Hass und Hetze, gegen Ausgrenzung und Gewalt, damit ein solches Menschheitsverbrechen sich nie mehr wiederholt", sagte Baerbock. Damit die Kinder dieser Erde alle eine Zukunft haben."

"Nicht verstummen"

Baerbock stockte ein paar Mal die Stimme. Es wirkte, als müsse sie mit den Tränen kämpfen. "Der Gedanke an den Schmerz jedes einzelnen Kindes, jeder einzelnen Mutter, jedes einzelnen Vaters ist kaum zu ertragen", sagte sie. "Aber Yad Vashem, der schmerzvolle Ort, fordert von uns gerade nicht zu verstummen, nicht zu verharren. Yad Vashem mahnt uns, die Stimmen jener, die das Grauen selbst erlebt haben, zu hören und ihre Worte weiterzugeben."

Die Ministerin besuchte auch das Denkmal für die Kinder. Als sie in ihrem Statement über die jüdischen Kinder unter den Holocaust-Opfern sprach, stockte Baerbock die Stimme.

Zum Auftakt ihres Antrittsbesuches in Israel und im Nahen Osten entfachte die Grünen-Politikerin in der Halle der Erinnerung eine Gedenkflamme und legte einen Kranz nieder. Anschließend war ein Treffen mit Außenminister Jair Lapid und Ministerpräsident Naftali Bennett geplant.

Baerbock betont historische Verantwortung

Schon vor dem Abflug zu ihrer dreitägigen Antrittsreise nach Israel, Jordanien und Ägypten hatte Baerbock versichert: "Wir stehen zu unserer besonderen historischen Verantwortung für die Sicherheit Israels und werden dafür auch weiter solidarische Beiträge leisten." Es grenze an ein Wunder, dass gerade junge Menschen in beiden Ländern sich heute so nahe seien.

Ein verstärkter Jugendaustausch solle diesen Schatz auch für zukünftige Generationen sichern - "als festes Fundament unserer Beziehungen für die Zukunft, und als Verpflichtung, nie unsere Verantwortung für die Schrecken des Holocaust in Vergessenheit geraten zu lassen", so Baerbock.

Gespräche mit Palästinenserpräsident Abbas

Baerbock plant auch einen Besuch in den Palästinensergebieten. Dort will sie mit Präsident Mahmud Abbas und Außenminister Riad Malki Gespräche führen. Die Treffen finden in Ramallah im Westjordanland statt.

Baerbock kündigte an, sie wolle neuen Schwung in den seit Jahren stockenden Nahost-Friedensprozess bringen. "Auch wenn der Nahostkonflikt für viele eine schon immer da gewesene Krise ist, können wir ihn nicht als Status Quo akzeptieren", erklärte sie.

Der Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern liegt seit 2014 weitgehend brach.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 10. Februar 2022 um 09:40 Uhr.