Außenministerin Annalena Baerbock steht neben ihrem Amtskollegen aus Moldau, Nicolae Popescu, bei einer Pressekonferenz.  | dpa

Ukraine-Flüchtlinge Baerbock sichert Moldau Unterstützung zu

Stand: 12.03.2022 10:41 Uhr

Außenministerin Baerbock hat der Republik Moldau zugesagt, dem Land direkt 2500 Flüchtlinge aus der Ukraine abzunehmen. Außerdem sprach sie sich dafür aus, Geflüchtete aus den Grenzregionen auszufliegen.

Von Kai Küstner, ARD-Hauptstadtstudio, zzt. Chisinau

Die Republik Moldau ist nicht allein. Das ist die Botschaft, die Außenministerin Annalena Baerbock dem Nachbarland der Ukraine mitgebracht hat. Sie habe mit Innenministerin Nancy Faeser vereinbart, in einem ersten Schritt 2500 ukrainische Flüchtlinge aus Moldau direkt nach Deutschland zu holen.

Kai Küstner ARD-Hauptstadtstudio

"Es ist klar, dass das nur ein Anfang sein kann", sagte Baerbock, die diese Geste auch als Signal an Europa und die Welt verstanden wissen will, dass sich die Bemühungen um die Schutzsuchenden noch verstärken ließen: So setzt sich Baerbock für die Einrichtung einer Luftbrücke ein, um die Länder unmittelbar an der ukrainischen Grenze zu entlasten: "Ich halte das für absolut sinnvoll, Menschen direkt aus der Grenzregion auszufliegen, hier verstärkt in die Verteilung zu gehen. Das betrifft eben nicht nur Moldau."

Baerbock fordert pragmatische Hilfe

Als Beispiel führte die Grünen-Politikerin an, dass man Ukrainerinnen und Ukrainer auch über den Atlantik ausfliegen könne, das werde nun im Rahmen der G7- und der EU-Staaten vorbereitet. Insgesamt gilt es aus Sicht Baerbocks nun, pragmatisch bei der Hilfe für die Flüchtenden zu sein. Und nicht, sagte sie wörtlich, Konzepte für in drei Monaten zu erarbeiten.

Die Republik Moldau hat selbst nur rund 2,5 Millionen Einwohner, empfing aber bereits 300.000 Geflüchtete aus der Ukraine. Das Land hatte kürzlich - genau wie die Ukraine und Georgien - einen Antrag zur Aufnahme in die Europäische Union gestellt. Was Außenminister Nicu Popescu noch einmal unterstrich und versprach, man wolle die Europäisierung fortsetzen. Von einer wirklichen Mitgliedschaft ist das Land indes noch weit entfernt.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 12. März 2022 um 10:32 Uhr.