Demonstranten bei Ausschreitungen im belgischen Lüttich | AFP

Demonstration gegen Rassismus Schwere Ausschreitungen in Lüttich

Stand: 14.03.2021 09:29 Uhr

Im belgischen Lüttich ist es nach einer Kundgebung gegen Rassismus zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. Etwa 300 Menschen zogen nach Polizeiangaben randalierend durch das Zentrum. Es gab etliche Verletzte.

In Lüttich haben am Samstag einige Dutzend Menschen zunächst friedlich gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. Am Rande der "Black Lives Matter"-Kundgebung brach dann Chaos aus: Gewaltbereite "Randalierer" hätten sich unter die Demonstranten gemischt und gezielt die Auseinandersetzung gesucht, teilte die Polizei mit.

Daraufhin hätten sich nach und nach "zwischen 200 und 300 Randalierer in den Straßen von Lüttich versammelt", berichtet eine Polizeisprecherin. Diese zogen nach den Angaben zufolge durch die Innenstadt, plünderten Geschäfte und griffen unter anderem Polizisten mit Steinen an. Diese wiederum setzten Wasserwerfer ein.

Mehrere Verletzte im Krankenhaus

"Neun Menschen mussten ins Krankenhaus gebracht werden, unter ihnen fünf Polizisten", erklärte die Polizei am Abend. Ein Polizist sei schwer verletzt. Die Polizei rief die Einwohner von Lüttich zunächst auf, das Zentrum der Stadt vorerst zu meiden. Sie war mit mehr als 250 Einsatzkräften und drei Wasserwerfern im Einsatz. Am Abend war die Lage dann wieder ruhig.

Protest gegen umstrittene Festnahme

Die Teilnehmer der Demonstration hatten gegen die umstrittene Festnahme einer aus Kongo stammenden Frau am Montag protestiert. Diese warf den Sicherheitskräften Gewalt und Rassismus vor, was die Polizei zurückwies. An der Demonstration selbst nahmen laut Polizei "einige Dutzend Menschen" teil.

In Belgien hat es in den vergangenen Monaten immer wieder Demonstrationen gegen Polizeigewalt und vermeintlichen Rassismus bei den Sicherheitskräften gegeben. Schon im Januar war eine Demonstration in Brüssel eskaliert, dabei wurde eine Polizeistation in Brand gesetzt.

Karte: Lüttich und Brüssel, Belgien

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. März 2021 um 05:00 Uhr in den Nachrichten.