Menschen legen nach dem Attentat von Kongsberg mit fünf Toten Blumen nieder. | AP

Tödlicher Angriff in Norwegen Tatverdächtiger soll vor den Haftrichter

Stand: 15.10.2021 10:13 Uhr

In Norwegen soll der Tatverdächtige im tödlichen Angriff von Kongsberg heute dem Haftrichter vorgeführt werden. Zudem soll die Zurechnungsfähigkeit des 37-Jährigen geprüft werden. Zugleich gibt es nach wie vor Unklarheiten über das Motiv.

Nach der Gewalttat mit fünf Toten im norwegischen Kongsberg soll der Tatverdächtige heute einem Haftrichter vorgeführt werden. Außerdem sollen Rechtspsychiater sich ein Bild machen, ob der 37-Jährige zurechnungsfähig ist. Nach Angaben von Staatsanwältin Ann Iren Svane Mathiassen befindet sich der Mann bereits seit Donnerstagabend in ärztlicher Obhut.

Dem in Norwegen lebenden Dänen wird vorgeworfen, am Mittwochabend in der Kleinstadt Kongsberg mehrere Menschen mit Pfeil und Bogen und zwei weiteren Waffen angegriffen zu haben. Fünf Menschen starben, drei wurden verletzt. Bei seiner Flucht vor der Polizei drang der mutmaßliche Täter auch in Wohnungen ein, wo er Menschen tötete. Eine halbe Stunde nach dem ersten Notruf konnte die Polizei den Mann festnehmen. Nach Angaben des norwegischen Rundfunks hat der Däne einer Untersuchungshaft bereits zugestimmt. "Er versteht, was er getan hat", so sein Anwalt Fredrik Neumann.

Polizei schwächt Aussage zur möglichen Terrortat ab

Laut dem Verteidiger wurde nach den Verhören am Donnerstag entschieden, dass der psychische Zustand seines Mandanten genauer untersucht werden solle. "Das weist darauf hin, dass nicht alles am richtigen Platz ist", sagte Neumann der Zeitung "Verdens Gang".

Der Sicherheitsdienst der Polizei (PST) war zunächst von einer Terrortat ausgegangen, hatte seine These am Donnerstag aber abgeschwächt. "Die Tat wirkt wie ein Terrorakt, aber wir kennen die Beweggründe des Täters nicht", sagte der Chef des PST. Der Mann habe häufig mit ärztlichen Einrichtungen zu tun gehabt.

Die Polizei hatte am Donnerstag bestätigt, der Verdächtige habe bereits im Fokus der Behörden gestanden, weil es Hinweise auf eine Radikalisierung gegeben habe - er soll auch zum Islam konvertiert sein.

Der Mann war der Polizei aber auch wegen anderer Delikte bekannt. Einem Bericht der norwegischen Nachrichtenagentur NTB zufolge wurde der Däne bereits zweimal verurteilt. Er soll unter anderem Familienmitgliedern gedroht haben, sie umzubringen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 15. Oktober 2021 um 11:07 Uhr.

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