Hand hält Impfdosis des AstraZeneca-Vakzins Covidshield | AFP

Oxford-Studie zu AstraZeneca London sieht eigene Impfstrategie bestätigt

Stand: 03.02.2021 17:32 Uhr

Großbritannien hat den AstraZeneca-Impfstoff früh zugelassen, verimpft ihn auch an über 65-Jährige und schiebt die zweite Impfung hinaus. Eine neue Studie scheint dieses Vorgehen nun zu stützen. Trotzdem gibt es Kritik an der Strategie.

Eine notwendige Zweitimpfung gegen das Coronavirus weit hinauszögern, dafür aber schnell möglichst viele Menschen mit der Erstdosis versorgen - das ist die Strategie der britischen Regierung im Kampf gegen das Coronavirus. Der Grund liegt auf der Hand: Das Land kämpft mit der wohl deutlich ansteckenderen Mutante, das Gesundheitssystem ist an der Grenze der Belastbarkeit.

Eine Studie der Universität Oxford mit dem AstraZeneca-Impfstoff stützt nun offenbar den Kurs der britischen Regierung: Der Untersuchung zufolge schützt die erste Impfung bereits bis zu zwölf Wochen. Die Übertragung des Virus habe sich um zwei Drittel verringert, die gefürchteten schwere Verläufe würden verhindert, so die Forscher: In den ersten drei Wochen seien keine Geimpfte an Covid-19 erkrankt oder hätten wegen einer Corona-Infektion ins Krankenhaus eingewiesen werden müssen, teilte AstraZeneca mit.

Zwar muss die Studie noch von anderen Wissenschaftlern begutachtet werden. Gesundheitsminister Matt Hancock wertete das Ergebnis aber bereits als Beleg, dass die Strategie seiner Regierung, so viel Menschen wie möglich mit einer ersten Dosis zu schützen, richtig ist: "Die Verringerung von Ansteckungen und die Tatsache, dass es keine Krankenhauseinweisungen gibt, diese Kombination ist eine sehr gute Nachricht. Und sie unterstützt definitiv unsere Strategie, einen Zwölf-Wochen-Abstand zwischen den Dosen zu haben.", sagte Hancock dem Fernsehsender Sky. 

Frankreich kritisiert britische Impfstrategie

Anders als mehrere EU-Länder, unter ihnen Deutschland, verimpft Großbritannien den AstraZeneca-Impfstoff auch an Menschen, die älter als 65 Jahre sind.

In Frankreich stößt dieses Vorgehen auf Kritik: London gehe "sehr viele Risiken" ein, sagte Frankreichs Europa-Staatssekretär Clément Beaune im französischen Fernsehen. Dagegen empfehle die Gesundheitsbehörde seines Landes ausdrücklich, den Impfstoff möglichst nicht bei Älteren zu nutzen. Auch andere EU-Länder seien auf dieser Linie, so Beaune, der damit seine Regierung auch gegen Kritik wegen der stockend anlaufenden Impfkampagne verteidigte.

Schweiz skeptisch gegenüber AstraZeneca-Vakzin

Ganz besonders skeptisch begegnet die Schweiz dem AstraZeneca-Impfstoff: Bevor das Vakzin zugelassen werde, wolle man weitere Studien abwarten, teilte die Gesundheitsbehörde Swissmedic mit. Die bisher verfügbaren Daten reichten für eine Bewertung von Nutzen und Risiken noch nicht aus. Für eine abschließende Beurteilung benötige man die Ergebnisse aus den klinischen Studien der dritten und letzten Phase, die derzeit in Nord- und Südamerika stattfinden.

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