Das zerstörte Theater in Mariupol. | via REUTERS

Lage in Mariupol Ukraine meldet Angriff auf Theater

Stand: 17.03.2022 06:42 Uhr

In der besonders hart umkämpften südukrainischen Hafenstadt Mariupol ist nach ukrainischen Angaben ein Theater bombardiert worden. In dem Gebäude hätten sich mehr als 1000 schutzsuchende Zivilisten aufgehalten. Russland dementiert den Angriff.

In der Ukraine gehen die Kämpfe mit unverminderter Härte weiter. Aus der eingekesselten Hafenstadt Mariupol wurde gestern Abend gemeldet, das Theater der Stadt sei bombardiert worden. In dem Gebäude hätten sich mehr als 1000 Schutzsuchende aufgehalten. Weil die russische Armee das Viertel, in dem das Theater liegt, fortgesetzt beschieße, könnten bislang keine Angaben über mögliche Opfer gemacht werden. Ukrainische Behörden sprachen von mehr als 1000 Menschen in dem Theater.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben nicht - Russland selbst bestritt den Angriff. Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba schrieb auf Twitter von einem "weiteren entsetzlichem Kriegsverbrechen in Mariupol". "Heftiger russischer Angriff auf das Drama-Theater, wo sich Hunderte unschuldiger Zivilisten versteckt haben." Das Gebäude sei vollständig zerstört. "Die Russen müssen gewusst haben, dass dies ein ziviler Unterschlupf war", so Kuleba.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in einer Videobotschaft, die Menschen hätten dort Schutz vor Beschuss gesucht. Nun sei das Gebäude zerstört. Man habe noch keine Informationen zu Todesopfern.

Ukraine meldet Angriff auf Zivilisten im Oblast Donezk

Neben dem Theater soll nach ukrainischen Angaben noch ein weiterer Ort von Russland bombardiert worden sein, an dem sich Zivilisten aufhielten. Getroffen worden sei ein Schwimmbad, in dem Frauen mit Kindern sowie Schwangere Schutz gesucht hätten, meldete die Agentur Unian unter Berufung auf die Militärverwaltung des Gebiets Donezk. Menschen seien dabei verschüttet worden.

Die strategisch wichtige Hafenstadt Mariupol am Asowschen Meer ist seit Tagen von russischen Truppen eingeschlossen und wird von mehreren Seiten aus beschossen. Die Stadt ist von Energie, Nahrungsmitteln und Wasser abgeschnitten. Hunderttausende Menschen sollen unter katastrophalen Bedingungen in Mariupol eingeschlossen sein, die Behörden berichten von mehr als 2000 getöteten Zivilisten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. März 2022 um 20:00 Uhr.