Ein Polizeiwagen steht vor der kubanischen Botschaft in Paris. | EPA

Nächtlicher Vorfall in Paris Kubas Botschaft mit Brandsätzen beworfen

Stand: 27.07.2021 15:07 Uhr

Die kubanische Botschaft in Paris ist mit Brandsätzen angegriffen worden. Dabei sei ein Feuer ausgebrochen, verletzt wurde niemand. Kubas Außenminister Rodriguez machte eine Kampagne der US-Regierung für den Vorfall verantwortlich.

Die kubanische Botschaft in Paris ist nach Angaben der Regierung in Havanna mit Molotowcocktails angegriffen worden. Außenminister Bruno Rodriguez verurteilte bei Twitter den "terroristischen Angriff" und machte die USA verantwortlich. "Ich mache die US-Regierung verantwortlich", erklärte Rodriguez. Deren Kampagne gegen Kuba würde ein solches Verhalten befördern.

Verstärktes Sicherheitsaufgebot am Gebäude

Die Botschaft wurde nach Angaben des kubanischen Außenministeriums gegen 23.45 Uhr in der Nacht von Montag auf Dienstag Uhr von drei Brandsätzen getroffen. Zwei trafen demnach die Fassade, einer landete im Inneren des Gebäudes und entfachte ein Feuer. Der Brand sei von den Botschaftsangehörigen gelöscht worden. Nach Angaben der örtlichen Feuerwehr wurde das Feuer gelöscht, ehe Einsatzkräfte vor Ort eintrafen.

Die Staatsanwaltschaft in Paris erklärte, es sei eine Untersuchung eingeleitet worden. Das französische Außenministerium teilte mit, dass das Sicherheitsaufgebot rund um das Botschaftsgebäude verstärkt wurde. Verletzte habe es keine gegeben, lediglich ein materieller Schaden sei zu beklagen, hieß es. Den Anschlag verurteile man.

Weltweit Demonstrationen vor Kubas Botschaften

In den vergangenen drei Wochen sind kubanische Botschaften weltweit zu Schauplätzen von Demonstrationen für und gegen die Führung in Havanna geworden. Anlass waren der kubanische Nationalfeiertag am 26. Juli sowie die regierungskritischen Proteste, die auf der Karibikinsel stattfinden.

In dieser Woche schlossen sich rund zwei Dutzend Länder einem Aufruf von US-Außenminister Antony Blinken an, darunter Brasilien, Kolumbien und Ecuador. Blinken hatte die kubanische Regierung aufgefordert, "die gesetzlich garantierten Rechte und Freiheiten des kubanischen Volkes zu respektieren" und "diejenigen freizulassen, die wegen der Ausübung ihres Rechts auf friedlichen Protest gefangen genommen wurden".

Kuba warf den USA indes vor, eine Kampagne in den sozialen Medien anzutreiben, die auf eine Destabilisierung des sozialistisch geführten Landes abziele. Der kubanische Außenminister forderte die US-Regierung auf, das seit 1962 bestehende Embargo gegen sein Land zu beenden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Juli 2021 um 12:00 Uhr in den Nachrichten.