Eine Krankenschwester verabreicht den Corona-Impfstoff Pfizer/BionTech im Guy's Hospital  | dpa

Biontech-Pfizer-Impfstoff Britische Behörde warnt Allergiker

Stand: 10.12.2020 02:20 Uhr

Nach zwei Fällen allergischer Reaktionen hat die britische Arzneimittelaufsicht eine Warnung an Menschen mit "erheblicher allergischer Vorgeschichte" ausgesprochen. Es geht um den Impfstoff von Biontech und Pfizer.

Die britische Arzneimittelaufsicht MHRA rät, "niemanden zu impfen, der in der Vergangenheit signifikante allergische Reaktionen auf Impfstoffe, Arzneimittel oder Lebensmittel" hatte.

Allergische Reaktionen bei zwei Personen

Zwei Mitarbeiter des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS hätten nach der Impfung mit dem Impfstoff von Biontech und Pfizer schwere allergische Reaktion erlitten. Sie erholten sich davon aber gut, sagte NHS-Chef Stephen Powis.

Nach seinen Angaben sind die beiden Betroffenen so anfällig für Allergien, dass sie stets ein Notfallset mit Adrenalin bei sich tragen. Bei der Warnung handele es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, so Powis.

In der Nacht konkretisierte die Arzneimittelaufsicht ihre Warnung für Personen mit einer erheblichen allergischen Vorgeschichte noch einmal. "Personen mit einer Vorgeschichte eines anaphylaktischen Schocks bei Impfungen, Arznei- oder Lebensmitteln sollten den Pfizer/BioNTech-Impfstoff nicht erhalten. Die zweite Dosis sollte niemandem verabreicht werden, bei dem nach Verabreichung der ersten Dosis dieses Impfstoffs eine Anaphylaxie aufgetreten ist", sagte June Raine, Geschäftsführerin der MHRA.

Erstes Land mit Massenimpfungen

Großbritannien hatte am Dienstag als weltweit erstes Land mit Massenimpfungen mit dem Impfstoff der beiden Pharmaunternehmen Biontech und Pfizer begonnen.

Die Unternehmen erklärten, in der klinischen Studie mit über 44.000 Teilnehmern sei der Impfstoff allgemein gut vertragen worden und es seien keine ernsten Sicherheitsbedenken aufgetreten.

Laut dem von Pfizer veröffentlichten Studienprotokoll wurden in der zulassungsrelevanten Untersuchung aber keine Teilnehmer aufgenommen, die eine Vorgeschichte schwerer Nebenwirkungen im Zusammenhang mit einem Impfstoff und/oder schwerer allergischer Reaktionen auf einen Inhaltsstoff der Studie haben.

Fälle werden untersucht

Das MHRA hatte als weltweit erste Regulierungsbehörde dem Impfstoff vor einer Woche eine Notfallgenehmigung erteilt. Sie will die Fälle nun untersuchen. Die beiden Unternehmen sicherten ihre Unterstützung zu.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 09. Dezember 2020 um 15:17 Uhr.

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KOMMENTARE

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Rainer Niemann 09.12.2020 • 23:19 Uhr

um 20:34 von Max-S

Bemerkenswert, dass Biontech/Pfizer dies nicht bei ihren rund 45,000 Probanden aufgefallen ist. Möglicherweise weil die alle nur zw. 18-55 Jahre alte waren und "gesund", also keinerlei Vorerkankungen und/oder Allergien? Die Alterskohorte "älter 80 Jahre" war bei den Studien praktische nicht vertreten. Wieso wird diese priorisiert wenn nichts über die Reaktion dieser Mitmenschen auf den Impfstoff bekannt ist? Wäre es nicht besser gewesen eine größere Gruppe (z.B. medizinisches Personal, Rettungsdienst-Personal, Feuerwehr, THW) in dem entsprechenden Altersprofil der Studienteilnehmer zu priorisieren. Eine nicht passende Alterskohorte auszuwählen halte ich nicht für gelungen.