Tausende Menschen drängen sich beim Rock am Ring-Festival (Archivbild von 2019) | dpa

Weltgesundheitsorganisation Warnung vor Affenpocken-Verbreitung auf Festivals

Stand: 01.06.2022 08:27 Uhr

Festivals und große Partys könnten laut der Weltgesundheitsorganisation zur Verbreitung von Affenpocken beitragen. Allerdings böten solche Veranstaltungen auch die Chance, das Bewusstsein für die Viruserkrankung zu schärfen.

Das Regionalbüro Europa der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht die Gefahr einer weiteren Verbreitung der Affenpocken bei bevorstehenden Festivals und großen Partys. "Das Potenzial für eine weitere Übertragung in Europa und anderswo im Sommer ist hoch", heißt es in einer Erklärung des WHO-Regionaldirektors für Europa, Hans Henri Kluge.

Festivals und Feiern in den kommenden Monaten böten aber auch die Möglichkeit, um bei jungen, sexuell aktiven und mobilen Menschen das Bewusstsein für die Krankheit zu steigern und das Schutzverhalten zu stärken.

Untersuchungen zu den bisherigen Fällen lassen Kluge zufolge darauf schließen, dass der Ausbruch in der Region bereits Mitte April im Gang gewesen sei. Es handle sich um den größten und geografisch am weitesten verbreiteten Affenpocken-Ausbruch, über den jemals außerhalb der Endemiegebiete in West- und Zentralafrika berichtet worden sei.

Verstärkte Übertragung durch Wegfall der Corona-Maßnahmen

Im Zusammenhang mit der Aufhebung von Corona-Maßnahmen, die Reisen und Großveranstaltungen eingeschränkt hatten, sei es zu einer schnellen, verstärkten Übertragung gekommen. Auch wenn viele bisherige Fälle mit sexuellen Aktivitäten in Verbindungen stünden, dürfe man nicht vergessen, dass das Virus jeden treffen könne.

Da sich die Affenpocken nicht auf den gleichen Wegen wie Sars-CoV-2 verbreiteten, seien nach derzeitigen Erkenntnissen keine so umfassenden Maßnahmen auf Bevölkerungsebene wie bei Corona nötig, so Kluge. "Aber - und das ist wichtig - wir wissen noch nicht, ob wir seine Ausbreitung vollständig eindämmen können", hieß es.

Um dies zu schaffen, müssten Ansteckungen etwa durch klare Kommunikation, Isolierung von Infizierten und effektive Kontaktnachverfolgung reduziert werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 31. Mai 2022 um 16:35 Uhr.