US-Präsident Joe Biden und die First Lady der USA, Jill Biden, bei der Staatsaufbahrung der britischen Königin Elizabeth II. im Palace of Westminster in London. | EPA

Abschied von Königin Elizabeth II. "Die Welt ist eine bessere, weil es sie gab"

Stand: 18.09.2022 22:41 Uhr

Am Abend vor dem Begräbnis haben hochrangige Trauergäste der verstorbenen britischen Königin in Westminster Hall die letzte Ehre erwiesen. Zu ihnen zählte auch US-Präsident Biden, der sie würdigte: "Die Welt ist eine bessere, weil es sie gab."

Hochrangige Gäste aus der ganzen Welt haben der britischen Königin Elizabeth II. die letzte Ehre erwiesen und sich vor ihrem in Westminster Hall aufgebahrten Sarg verneigt. US-Präsident Joe Biden bekreuzigte sich, als er gemeinsam mit seiner Frau Jill von einer Empore auf den Sarg der Queen blickte. Er fühle mit dem Volk des Vereinigten Königreichs, sagte Biden, nachdem er sich in ein Kondolenzbuch für die Queen eingetragen hatte: "Sie hatten Glück, sie 70 Jahre lang gehabt zu haben. Die Welt ist eine bessere, weil es sie gab."

Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Spaniens König Felipe und die sichtlich bewegte ukrainische Präsidenten-Ehefrau Olena Selenska erwiesen der Queen in Westminster Hall die Ehre.

Empfang im Buckingham-Palast

Am Abend empfing König Charles III. Biden, Japans Kaiser Naruhito und weitere Amts- und Würdenträger im Buckingham-Palast. Zuvor hatte der König die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern zu einer Audienz begrüßt. "Man merkt, dass es ihm viel bedeutet, das schiere Ausmaß der Gefühle der Leute für die verstorbene Königin zu sehen", sagte Ardern dem Sender BBC. Gleichzeitig deutete sie die Herausforderungen an, die auf das Königshaus zukommen: Sie erwarte, dass Neuseeland "noch zu meinen Lebzeiten" die Monarchie abschaffen werde.

Präsident Joe Biden trägt sich nach dem Tod von Königin Elisabeth II. im Lancaster House in London in ein Kondolenzbuch ein, während First Lady Jill Biden zusieht. | AP

Präsident Joe Biden trägt sich nach dem Tod von Königin Elizabeth II. im Lancaster House in London in ein Kondolenzbuch ein, während First Lady Jill Biden zusieht. Bild: AP

Schweigeminute in Gedenken an die Queen

Parallel verharrte das Land in einer Schweigeminute. Menschen in ganz Großbritannien hielten inne, um der verstorbenen Königin zu gedenken. Die britische Regierung hatte zu der Gedenkminute aufgerufen, mit der entweder zuhause, mit Nachbarn oder im Rahmen von lokal organisierten Zeremonien an die Monarchin erinnert werden sollte. In Westminster Hall in London, wo der Sarg der Queen der Öffentlichkeit seit Mittwoch zugänglich gemacht worden war, kam die Schlange der Trauernden für 60 Sekunden zum Stillstand.

Eine "nicht langweilige" Trauerfeier

Am Montag findet in der Westminster Abbey die Trauerfeier für die verstorbene Königin Elizabeth II. statt. Geladen sind mehr als 2000 Amts- und Würdenträger aus aller Welt, Deutschland wird durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vertreten. Die Queen habe sich eine "nicht langweilige" Trauerfeier gewünscht, die zu Herzen gehe, verriet der frühere Erzbischof von York, John Sentamu, der BBC. Rund um die Kathedrale kampierten bereits die ersten Neugierigen, um sich einen guten Platz zu sichern.

Nach der Trauerfeier in der Westminster Abbey wird der Sarg mit den sterblichen Überresten der Queen am Mittag in einer letzten feierlichen Prozession nach Schloss Windsor gebracht. Dort findet nach einem Gottesdienst mit 800 Gästen am Abend die Beisetzung im Kreis der königlichen Familie statt. 

Erstes Staatsbegräbnis seit Tod von Churchill

Das Staatsbegräbnis für die Queen ist das erste in Großbritannien seit dem Tod des einstigen Premierministers Winston Churchill im Jahr 1965. Die Trauerfeierlichkeiten für die Königin finden unter massiven Sicherheitsvorkehrungen statt - für die Londoner Polizei ist es der größte Einsatz ihrer Geschichte. 

Das britische Königshaus stieg indes laut einer veröffentlichten Umfrage seit den Feierlichkeiten zum 70. Thronjubliäum der Queen im Juni in der Beliebtheit um fünf Prozentpunkte auf 67 Prozent. Charles ist bei 70 Prozent der Briten beliebt, Thronfolger Prinz William sogar bei 84 Prozent.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 18. September 2022 um 22:45 Uhr.