Soldaten marschieren auf eine Demonstration gegen die Militärjunta zu.  | AP

Nach Putsch in Myanmar Weitere EU-Sanktionen gegen Junta

Stand: 19.04.2021 16:35 Uhr

Mehrere Hundert Menschen sind seit dem Putsch in Myanmar getötet worden. Deshalb will die EU nun den Druck auf die Militärjunta erhöhen: Die Außenminister verhängten bei einer Videokonferenz weitere Sanktionen.

Nach dem Militärputsch in Myanmar hat die EU weitere Sanktionen gegen das Land verhängt. "Wir haben ein zweites, viel größeres Sanktionspaket verabschiedet", erklärte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell nach einem Treffen der 27 Außenminister. Betroffen seien zehn Personen und zwei Wirtschaftseinrichtungen des Militärs.

Nach Angaben von Bundesaußenminister Heiko Maas wurden erstmals "auch zwei Wirtschaftskonglomerate, die dem Militär zugerechnet werden" mit Sanktionen belegt. "Das Militärregime setzt seinen Kurs der Gewalt fort und manövriert das Land damit weiter in eine Sackgasse", sagte Maas nach den Beratungen per Video-Konferenz. "Und deshalb erhöhen wir den Druck, um das Militär an den Verhandlungstisch zu bringen."

Er forderte die Militärführung auf, das ASEAN-Treffen am 24. April dazu zu nutzen, "Auswege aus dieser Krise aufzuzeigen". Die Sanktionen sollen zügig in Kraft treten.

Bislang mindestens 700 Tote

Das Militär hatte am 1. Februar in Myanmar wieder die Macht übernommen. Der Putsch beendete eine zehnjährige Phase des demokratischen Wandels in dem südostasiatischen Land. Gegen die Junta wird seitdem massiv protestiert. Sie reagiert wiederum mit brutaler Gewalt gegen Demonstranten.

Nach Angaben von Hilfsorganisationen wurden bisher mindestens 700 Menschen getötet. Die EU hatte deshalb Mitte März erstmals Sanktionen gegen elf Militär- und Polizeivertreter verhängt, darunter Junta-Chef Min Aung Hlaing. Sie wurden mit Einreiseverboten belegt und mögliche Vermögen in der EU eingefroren.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 19. April 2021 um 07:20 Uhr sowie Inforadio um 07:20 Uhr.