Eine Flüssigkeit tropft aus der Kanüle einer Spritze.  | Bildquelle: dpa

EU und Pharmafirmen Impfstoff-Vertrag ist besiegelt

Stand: 11.11.2020 13:49 Uhr

Der Impfstoff-Vertrag zwischen der EU und Biontech/Pfizer ist unter Dach und Fach. Die Kommission segnete die Vereinbarung formal ab. Die Unternehmen stellen erste Lieferungen bereits bis Jahresende in Aussicht.

Die Europäische Union kann bis zu 300 Millionen Dosen des vielversprechenden Corona-Impfstoffs der Firmen Biontech und Pfizer kaufen. Die EU-Kommission gab am Vormittag grünes Licht für den Rahmenvertrag mit den beiden Unternehmen. Deutschland und den übrigen EU-Staaten stehen damit Bezugsrechte für den Impfstoff zu, sobald dieser eine Zulassung bekommt.

In einer Stellungnahme teilten Biontech und Pfizer mit, dass die Liefervereinbarung mit der EU geschlossen sei. Sie umfasse 200 Millionen Impfdosen und die Option, weitere 100 Millionen zu erwerben. Die Unternehmen planen den Beginn der Lieferung für Ende 2020. Voraussetzung sei, dass sich der klinische Erfolg bestätige und die Behörden eine Genehmigung erteilen.

Biontech und Pfizer hatten am Montag bekannt gegeben, dass ihr Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19 biete. Jedoch sind die Studien dazu noch nicht abgeschlossen. Einen Antrag auf Zulassung in den USA kündigten sie frühestens für kommende Woche an. Auch in Europa ist eine Zulassung angestrebt. Hergestellt wird das Vakzin nach Biontech-Angaben in Produktionsstätten in Deutschland und Belgien.

EU-Kommission schließt Vertrag mit Biontech und Pfizer
tagesschau 15:00 Uhr, 11.11.2020

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Biontech für gerechte Impfstoff-Verteilung

Das Mainzer Unternehmen Biontech war zuvor Befürchtungen entgegengetreten, dass der mit dem US-Konzern Pfizer entwickelte Impfstoff zunächst bevorzugt in den USA verteilt werden könnte. "Wir haben zusammen mit Pfizer vereinbart, dass wir den Impfstoff gleichmäßig und gerecht verteilen", sagte Biontech-Finanzvorstand Sierk Poetting den "Stuttgarter Nachrichten" und der "Stuttgarter Zeitung". Seine Firma wolle "definitiv nicht, dass es eine unfaire Überhöhung der Chargen in einzelnen Regionen gibt", betonte Poetting. Deshalb habe Biontech auch Wert darauf gelegt, dass ein Großteil des Impfstoffs in Europa hergestellt werden könne. "Über die Verteilung entscheiden wir mit Pfizer gemeinsam", betonte der Finanzvorstand. 

Vereinbarungen auch mit anderen Pharmaunternehmen

Die Kommission schließt im Auftrag der Mitgliedsstaaten Verträge mit Impfstoffherstellern. Bisher gab es drei feste Vereinbarungen mit den Anbietern Johnson&Johnson, Sanofi-GSK und AstraZeneca. Pfizer-Biontech ist damit der vierte feste Liefervertrag. Vorgespräche schloss Brüssel auch mit den Herstellern CureVac und Moderna ab.

Werden alle diese Pläne umgesetzt, kann die EU theoretisch auf bis zu 1,7 Milliarden Dosen Impfstoff hoffen, 400 Millionen Dosen sind dabei als Optionen vorgesehen. Bisher hat aber noch kein Impfstoff eine Zulassung in der EU. Zudem ist unsicher, ob alle Entwicklungen auch zum Erfolg führen. In den meisten Fällen sind zwei Impfdosen für einen Schutz nötig.

BioNTech-Deal: EU-Kommission gibt grünes Licht
Stephan Ueberbach, ARD Brüssel
11.11.2020 17:45 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. November 2020 um 15:00 Uhr.

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