Migrantin mit einem bunten Kopftuch in Libyen | Bildquelle: REUTERS

EU-Afrika-Aktionsplan Menschenhändler-Opfer aus Libyen rausholen

Stand: 30.11.2017 02:55 Uhr

Nach Berichten über Sklavenhandel mit Flüchtlingen in Libyen haben Europäer und Afrikaner einen Aktionsplan beschlossen, um die katastrophale Lage der Migranten zu verbessern. Am Rande des EU-Afrika-Gipfels wurde vereinbart, den Opfern möglichst schnell zu helfen.

Flüchtlinge, die wie Sklaven verkauft werden - der EU-Afrika-Gipfel hat mit geeinter Empörung über die dramatische Menschenrechtslage in Libyen begonnen. Am Rande des Treffens verständigten sich Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien sowie mehrere afrikanische Länder auf einen Evakuierungssplan. Nach Angaben von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sollen die Opfer von Menschenhändlern in den "kommenden Tagen oder Wochen" aus Libyen herausgeholt werden. Macron sprach von "dringenden Evakuierungsaktionen", um diejenigen aus Libyen zu bringen, die dies wollten.

Markus Preiss, ARD Brüssel zzt. Abidjan, zun den Beschlüssen des EU-Afrika Gipfels
tageschau24 15:00 Uhr, 30.11.2017

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Den deutschen Regierungskreisen zufolge wurde vereinbart, dass die EU Rückkehrhilfen für die Migranten finanzieren soll. Zudem solle ein kleiner Teil von Schutzbedürftigen aus Libyen nach Tschad oder Niger gebracht werden. Von dort sollten die Menschen dann in einem Drittland entweder in Europa oder in anderen Regionen Schutz finden. Die Europäer hätten bei dem Treffen zudem versprochen, legale Wege der Migration für Afrikaner in die EU zu schaffen, etwa zur Ausbildung oder zum Studium.

Flüchtlinge in Libyen kehren in die Heimatländer zurück | Bildquelle: AFP
galerie

Diese Menschen versammeln sich in einem Lager in Tripolis, um in einem freiwilligen Rückkehrprogramm in ihre Heimatländer zurückzukehren.

Libyen kooperiert

Libyen habe zugesagt, die Lager zu identifizieren, in denen sich "barbarische Szenen" ereignet hätten. Die libysche Regierung habe zudem zugesichert, dass UN-Hilfsorganisationen Zugang zu diesen Lagern erhalten würden, hieß es weiter.

Libyen ist vom langjährigen Bürgerkrieg zerrüttet. Ein zentrales Problem für die Missstände liegt darin, dass die anerkannte libysche Regierung nur einen Teil des Landes kontrolliert. Libyen ist zentrale Zwischenstation auf dem Weg der illegalen Migration von Afrikanern in die EU geworden. Nach Angaben von Kanzlerin Angela Merkel hat sich die Afrikanische Union nun bereit erklärt, auch Verantwortung für eine Verbesserung der Lage in Libyen zu übernehmen. Geplant ist unter anderem ein Treffen mit allen Stämmen des Landes.

Netzwerke der Menschenhändler zerschlagen

Geeinigt wurde sich laut Macron auch auf eine "enge Zusammenarbeit mit einer 'taskforce', die Polizeibehörden und Geheimdienste zusammenführt", um Netzwerke und Finanzierung von Menschenhändlern zu zerschlagen und diese zu fassen. EU, AU und UN verpflichteten sich dazu, die Vermögen von identifizierten Menschenhändlern einzufrieren. Die AU habe zugesagt, eine Untersuchungskommission einzurichten.

Der EU-Afrika-Gipfel hatte sich zuvor schockiert über Berichte zu Sklavenhandel mit Flüchtlingen in Libyen gezeigt. Der Präsident der Elfenbeinküste, Alassane Ouattara, sprach als Gastgeber in Abidjan von einer "schändlichen" und "vollkommen inakzeptablen Situation". Sie erinnere "an die schlimmsten Stunden der Menschheitsgeschichte". Die Berichte über Sklavenhandel in Libyen waren kurzfristig auf die Tagesordnung gesetzt worden. Der US-Fernsehsender CNN hatte Mitte November ein Video veröffentlicht, das eine Versteigerung von Migranten an nordafrikanische Käufer zeigen soll.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. November 2017 um 04:58 Uhr.

Darstellung: