Josu Ternera bei einer Kundgebung in Bilbao im Jahr 2002 | Bildquelle: ALFREDO ALDAI/EPA-EFE/REX

Nach 17-jähriger Flucht Ex-ETA-Chef in Frankreich gefasst

Stand: 16.05.2019 11:00 Uhr

Nach ihm haben die spanischen Behörden 17 Jahre lang gefahndet: Josu Ternera, Ex-Anführer der baskischen Untergrundorganisation ETA. Jetzt ist der radikale Separatist in Frankreich gefasst worden.

Seit 2002 war er auf der Flucht: José Antonio Urruticoetxea Bengoetxea, besser bekannt unter seinem Alias Josu Ternera. In den frühen Morgenstunden ging der frühere ETA-Anführer spanischen und französischen Fahndern nun ins Netz.

Laut spanischem Innenministerium wurde Ternera in den ostfranzösischen Alpen dingfest gemacht. Er hatte sich zuletzt in Sallanches versteckt, einem 16.000-Einwohner-Städtchen nahe Chamonix.

Ex-ETA-Chef Ternera (2002) | Bildquelle: AP
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Nach ihm fahndeten die spanischen Behörden 17 Jahre lang: Ex-ETA-Chef Ternera.

Jahrelang politischer Anführer der ETA

Ternera galt über viele Jahre als politischer Kopf der Untergrundorganisation. Nachdem er mehrfach im Gefängnis gesessen hatte, war er von 1998 bis 2002 Abgeordneter im baskischen Regionalparlament.

Als bekannt wurde, dass die spanischen Behörden gegen ihn wegen Beteiligung an einer Kommandoaktion im Jahr 1987 ermitteln, tauchte Ternera unter. Die spanischen Behörden werfen ihm vor, vor 32 Jahren am Anschlag auf eine Kaserne in Saragossa beteiligt gewesen zu sein. Dabei wurden damals elf Menschen getötet.

Der inzwischen 68-Jährige war eines der meistgesuchten flüchtigen ETA-Mitglieder.

Mehr als 800 Tote seit 1968

Insgesamt soll die ETA während ihres vier Jahrzehnte währenden Kampfes für ein unabhängiges Baskenland mehr als 800 Menschen ermordet haben.

2011 erklärte die Organisation ihren bewaffneten Kampf für beendet, 2017 legte sie nach eigener Darstellung sämtliche Waffen nieder. Im Mai vergangenen Jahres erklärte die ETA dann ihre endgültige Auflösung.

Langjähriger Chef der baskischen Terrororganisation ETA festgenommen
Reinhard Spiegelhauer, ARD Madrid
16.05.2019 12:57 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. Mai 2019 um 11:00 Uhr.

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