Tausende ETA-Sympathisanten demonstrieren in Bilbao | Bildquelle: REUTERS

Tausende fordern neue ETA-Politik "Baskische Gefangene nach Hause"

Stand: 22.04.2018 03:30 Uhr

In Bilbao haben Tausende für bessere Haftbedingungen für verurteilte Mitglieder und Helfer der baskischen Untergrundorganisation ETA demonstriert. Zuvor hatte die ETA für ihre Taten um Verzeihung gebeten.

Von Oliver Neuroth, ARD Madrid

Im Baskenland haben tausende Menschen eine neue Politik im Umgang mit ETA-Häftlingen gefordert. Zu einer Demonstration in Bilbao kamen nach Schätzungen von Beobachtern mehr als 10.000 Menschen. Die Protest-Aktion stand unter dem Motto "Es wird Zeit - Gefangene raus!".

Angehörige von verurteilten ETA-Straftätern forderten, dass ihre Verwandten in Gefängnisse im Baskenland verlegt werden. Seit den 1980er-Jahren sitzen ETA-Terroristen in Haftanstalten in ganz Spanien verteilt, oft hunderte Kilometer von ihrer Heimat entfernt. Es sind vor allem ETA-Mitglieder, die als besonders gefährlich gelten.

Ein Mann mit einer Baskenmütze ist von baskischen Flaggen umgeben. | Bildquelle: AFP
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Zahlreiche baskische Flaggen waren auf den Straßen Bilbaos zu sehen.

"Es tut uns aufrichtig leid"

Am Freitag hatte die Untergrundorganisation zum ersten Mal überhaupt um Entschuldigung für ihre Taten gebeten. In einer Erklärung heißt es wörtlich: "Infolge von Fehlern oder falschen Entscheidungen hat die ETA auch Opfer getroffen, die nicht direkt am Konflikt beteiligt waren. Es tut uns aufrichtig leid."

Mehrere Opferverbände kritisierten, die ETA habe in dem Papier ihre Terroraktionen einmal mehr gerechtfertigt und wolle die Vergangenheit schönen. Die ETA kämpfte mehr als 50 Jahre lang gewaltsam für ein unabhängiges Baskenland. Bei Anschlägen kamen mehr als 800 Menschen ums Leben. Ende 2011 kündigte die Gruppe an, keine Terrorakte mehr zu verüben. Anfang Mai will sie sich offiziell auflösen. Beobachter sagen, sie habe heute kaum mehr als 40 Mitglieder.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 21. April 2018 um 23:30 Uhr.

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