Die Olympische Fackel für die Winterspiele in China. | dpa

Olympische Winterspiele in China Vor allem Autokraten reisen zur Eröffnung

Stand: 28.01.2022 18:20 Uhr

Eine Woche vor Beginn der Olympischen Winterspiele in China ist klar: Die meisten demokratisch regierten Staaten werden die Eröffnung der Spiele boykottieren. Vor allem Autokraten reisen an.

Steffen Wurzel, SWR

Die Liste des chinesischen Außenministeriums liest sich wie ein Best-Of der autokratisch regierten Staaten. Russlands Präsident Wladimir Putin steht an erster Stelle, gefolgt von gut 20 weiteren Staats- und Regierungschefs. Demnach werden unter anderem die Machthaber Saudi-Arabiens, Ägyptens und Katars zur Eröffnung der Winterspiele nach Peking reisen. Auch die Präsidenten Turkmenistans, Pakistans und Kasachstans werden erwartet.

Auch UN-Generalsekretär Guterres kommt zur Eröffnung

Die China-Direktorin der Organisation Human Rights Watch, Sophie Richardson, nennt die Olympia-Gästeliste eine anschauliche Aneinanderreihung von Regierungschefs, die in ihren Ländern Menschenrechte verletzen.

Problematisch sei, dass auch UN-Generalsekretär António Guterres mit dabei sei. Das sei aber zu erwarten gewesen und passe ins Bild, schließlich habe der UN-Chef etwa Chinas Menschenrechtsverletzungen an den Uiguren nie offen kritisiert, sagte Richardson dem ARD-Hörfunk.

Interessant ist, welche europäischen Länder Repräsentanten zur Olympischen Eröffnungsfeier schicken: Polen und Serbien schicken ihre Präsidenten Andrzej Duda und Aleksandar Vučić. Aus Luxemburg reist nach Angaben der chinesischen Staatsführung Großherzog Henri an.

Eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums kündigte an, dass Staats- und Parteichef Xi Jinping ein Willkommensbankett zu Ehren der Olympia-Gäste veranstalten werde. Mit der Schwester des thailändischen Königs steht nur eine Frau auf der Liste.

Auch Deutschland schickt keine hochrangigen Politiker

Zahlreiche demokratisch regierte Staaten haben angekündigt, ausdrücklich keine Politikerinnen und Politiker zu den Olympischen Spielen nach China zu schicken. Diesem politischen Boykott haben sich neben den USA auch Großbritannien, Japan, Australien, Kanada, Litauen, Estland und Belgien angeschlossen. Auch Deutschland wird keine hochrangingen Politiker nach Peking schicken, allerdings spricht die Bundesregierung ausdrücklich nicht von einem diplomatischen Boykott.

IOC-Präsident Thomas Bach | dpa

Der Chef des IOCs, der Deutsche Thomas Bach, will der Eröffnung beiwohnen. Bild: dpa

Ein Deutscher steht allerdings auf der Olympia-Ehrenliste der chinesischen Staatsführung: Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, der sich in Peking bereits Mitte der Woche mit Staats- und Parteichef Xi Jinping getroffen hatte.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 28. Januar 2022 um 13:33 Uhr.