Heinz-Christian Strache erklärt seinen Rücktritt. | Bildquelle: REUTERS

Nach "Ibiza-Video" Ermittlungen gegen Strache wegen Untreue

Stand: 13.06.2019 17:41 Uhr

Knapp einen Monat ist die Veröffentlichung des "Ibiza-Videos" her. Die rechtskonservative Regierung in Österreich zerbrach, Vizekanzler und FPÖ-Chef Strache trat zurück. Nun wird gegen ihn ermittelt - wegen Untreue.

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in Wien hat im Zusammenhang mit dem "Ibiza-Video" Ermittlungen gegen Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und den Ex-Fraktionschef der Partei, Johann Gudenus, eingeleitet. Konkret gehe es um den Vorwurf der Untreue, sagte ein Sprecher der Behörde der Nachrichtenagentur dpa.

Es werde zudem gegen weitere Unbekannte ermittelt.

Gespräch mit vermeintlich russischer Investorin

Zuerst hatte das österreichische Nachrichtenmagazin "profil" über die Ermittlungen berichtet. Sie betreffen das "Ibiza-Video", das "Spiegel" und "Süddeutsche Zeitung" am 17. Mai veröffentlicht hatten und in dessen Folge die rechtskonservative Regierung in Österreich zusammenbrach.

Wie "profil" berichtete, laufen die Ermittlungen gegen Strache und Gudenus seit dem 20. Mai.

Die 2017 heimlich gefilmten Aufnahmen zeigen den damaligen Parteichef Strache sowie Gudenus im Gespräch mit einer vermeintlichen russischen Investorin über Formen politischer Einflussnahme. Strache behauptet dabei unter anderem, dass einige wichtige Unternehmer zwischen 500.000 und zwei Millionen Euro über einen parteinahen Verein an die FPÖ gespendet hätten. Diese reagierten mit Dementis.

Ermittlungen auch gegen FPÖ-Abgeordneten Tschank

Einen Tag nach der Veröffentlichung des Videos trat Strache als Parteichef und Vizekanzler zurück, Gudenus trat sogar aus der Partei aus.

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft interessiert sich auch für den FPÖ-Abgeordneten Markus Tschank, dessen Immunität nun aufgehoben wurde. Tschank war in mehreren FPÖ-nahen Vereinen aktiv.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Strache wegen Untreue
Clemens Verenkotte, ARD Wien
13.06.2019 21:32 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 13. Juni 2019 um 20:04 Uhr.

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