Recep Tayyip Erdogan | Bildquelle: via REUTERS

Erdogan zum Bohrstreit "Werden uns Banditentum nicht beugen"

Stand: 16.08.2020 13:17 Uhr

Seit Tagen lässt die Türkei ein Schiff Mittelmeer-Gasvorräte erkunden - unter dem Schutz eines Marineverbands. Griechenland und Zypern protestieren. Aber der türkische Präsident Erdogan gibt sich kämpferisch.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bleibt im Streit um Gasvorkommen im Mittelmeer unnachgiebig. Die Türkei lasse sich durch Drohungen und Sanktionen nicht von ihren Erkundungen abhalten. "In dieser Frage ist unser Land völlig im Recht, und wir werden unsere Rechte weiter mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen", fügte er hinzu: "Wir werden uns niemals Banditentum auf unserer Kontinentalplatte beugen."

Seit der Entdeckung reicher Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer gibt es heftigen Streit um deren Ausbeutung. Neben den NATO-Partnern Türkei und Griechenland erhebt auch Zypern Anspruch auf die betreffenden Seegebiete. Ein Problem ist, dass die Türkei und Libyen sich auf die Aufteilung ihrer Wirtschaftszonen im Mittelmeer geeinigt hatten - dies aber im Widerspruch zu einem ähnlichen Abkommen zwischen Griechenland und Ägypten steht.

Das türkische Forschungsschiff "Oruc Reis" in Begleitung von einem Marineverband (Quelle: AFP Photo / Türkisches Verteidigungsministerium) | Bildquelle: AFP
galerie

Auf diesem Bild des türkischen Verteidigungsministeriums ist zu sehen, wie das Forschungsschiff "Oruc Reis" von Marineschiffen begleitet wird.

Türkische Erkundungsschiffe unterwegs

Das türkische Verteidigungsministerium erklärte, die Fregatte "Kemal Reis" habe gemeinsame Übungen mit der Küstenwache der nur von Ankara anerkannten Republik Nordzypern durchgeführt. Die Fregatte begleite zudem das Forschungsschiff "Barbaros Hayrettin Pasa", das südöstlich Zyperns nach Erdgas sucht. Die Türkei hatte zudem am Montag das Erkundungsschiff "Oruc Reis" und eine kleine Marineflotte in die Nähe der griechischen Insel Kastellorizo vor der türkischen Südküste entsandt.

Auch Frankreich schickte zwei Kampfflugzeuge und zwei Kriegsschiffe in die Region.

Griechenland und Zypern sehen die Erkundungen türkischer Schiffe in ihren Hoheitsgewässern als Verstoß gegen ihre Souveränität. Kürzlich waren offenbar zwei Kriegsschiffe Griechenlands und der Türkei in der Region kollidiert. Das schürte die Sorge vor einer kriegerischen Auseinandersetzung. Die EU-Außenminister riefen die Türkei am Freitag zu einer "sofortigen Deeskalation und einer Rückkehr zum Dialog" auf.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 16. August 2020 um 09:00 Uhr.

Darstellung: