Passanten auf der Seebrücke vor Limassol mit einer Bohrplattform im Hintergrund | Bildquelle: AP

Zypern-Gasstreit EU berät über Sanktionen gegen die Türkei

Stand: 15.07.2019 02:07 Uhr

Zypern ist geteilt: in einen griechischen Süden und einen türkischen Norden. Vor der Insel liegen Erdgasvorkommen - und um die gibt es Streit. Die EU berät heute über mögliche Strafen gegen die Türkei.

Von Michael Lehmann, ARD-Studio Athen

Für die Republik Zypern und damit die griechisch-zyprische Regierung wären die erhofften Erdgasvorkommen im Meeresboden ein Milliarden-Segen. Von einem der weltweit größten Erdgas-Funde sprechen die Experten der beteiligten Energiekonzerne. Eng geknüpft ist bereits die Zusammenarbeit zwischen der Republik Zypern und drei großen Energiekonzernen: Exxon Mobil aus den USA, Total aus Frankreich und Eni aus Italien.

EU-Außenminister beraten über Türkei-Sanktionen
tagesschau 12:00 Uhr, 15.07.2019, Katharina Willinger, ARD Istanbul

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Ein Eni-Gas-Bohrschiff wurde 2017 von türkischen Kriegsschiffen abgedrängt. Dass die Türkei ihrerseits jetzt drei türkische Bohr- und Forschungsschiffe vor Zypern erkunden lässt, halten die EU und ihr Mitglied, die Republik Zypern, für einen klaren Rechtsbruch. Der Präsident der Republik Zypern, Nicos Anastasiades, spricht gar von einer "Invasion" der Türkei: "Die Türkei hat leider erneut gegen die Regeln der Europäischen Union verstoßen, sie erkennt Zypern nicht an. Die Türkei ist EU-Beitrittskandidat und erfüllt die Anforderungen nicht, die die Europäische Union an sie stellt."

Geteiltes Zypern - Streit um Erdgasvorkommen

Die Mittelmeerinsel Zypern ist seit 1974 in einen griechischen Süden und einen türkischen Norden geteilt. Damals hatte die türkische Armee nach einem Militärputsch der griechischen Zyprer den Nordteil der Insel besetzt. Die seitdem bestehende Türkische Republik Nordzypern wird allerdings nur von Ankara anerkannt. Völkerrechtlich ist die ganze Mittelmeerinsel seit 2004 Mitglied der EU. 

Seit der Entdeckung großer Erdgasvorkommen vor der zyprischen Küste kommt es zu Konflikten um den Zugang zu den Ressourcen zwischen Zypern, der Türkei und der EU. In einem von der EU als illegal eingestuften Akt entsandte die Türkei Schiffe in die sogenannte zyprische Ausschließliche Wirtschaftszone. Für diese hat die Regierung in Nikosia bereits Förderverträge mit Energiekonzernen wie ExxonMobil, Total und Eni abgeschlossen. Einen Teil des Seegebiets vor Zypern beansprucht die Türkei als Teil ihrer eigenen Wirtschaftszone.

"Lösung muss auch dem besetzten Teil Zypern nutzen"

Anastasiades hat mehrfach vorgeschlagen, die möglichen Erträge aus dem Gasgeschäft in einem Fond so lange einzufrieren, bis die Insel wiedervereinigt ist und sich beide Seiten - griechisch- und türkisch-stämmig Zyprer - dann über die gerechte Verteilung der Milliarden einigen könnten. Ein sinnvoller Vorschlag, meint der Energie-Experte Kostis Geropoulos. Er analysiert von Brüssel aus als Fachjournalist Energie-Erkundungen auf der ganzen Welt:

"Egal welche Lösung es am Ende geben wird, sie muss natürlich auch dem besetzten Teil Zyperns nutzen - und damit meine ich die Menschen, die dort wohnen. Nicht die Türkei, sondern die türkischen Zyprer sollten von Gasfunden profitieren. Es geht um viel Aufwand, der zur Erschließung notwendig ist - aber auch um sehr hohe mögliche Erträge. Also gibt es gute Gründe, den jetzigen Streit zu lösen."

Appell der EU an die Türkei

Präsident Anastasiades und viele griechisch-zyprischen Bewohner Zyperns hoffen, dass es die Europäische Union diesmal ernst meint mit ihren angedrohten Sanktionen gegen die Türkei. Die Sprecherin der EU-Außenbeauftragten, Maja Kocijancic, kam im Amtssitz der Regierung in Nikosia jedenfalls gut an mit ihrem eindringlichen Appell an die Türkei.

"Wir fordern die Türkei dringend auf, die souveränen Rechte Zyperns anzuerkennen, auch seine exklusive Wirtschaftszone, und alle illegalen Aktivitäten zu unterlassen", so die Sprecherin. Aus Sicht der Republik Zypern und der Europäischen Union hat sich die Türkei dieser Aufforderung in den vergangenen Wochen widersetzt, indem sie ein drittes Gas-Forschungsschiff vor die Küste Zyperns schickte.

Streit um Erdgasbohrungen vor Zypern: griechisch-zyprische Positionen
Michael Lehmann, ARD Athen
14.07.2019 23:00 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. Juli 2019 um 05:09 Uhr.

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