Menschen nach Erdbeben auf der Straße | Bildquelle: ALECS ONGCAL/EPA-EFE/REX

Philippinen Mehrere Tote nach Erdbeben

Stand: 23.04.2019 07:14 Uhr

Eingestürzte Gebäude, Risse und Steinschläge in Straßen: Bei einem Erdbeben der Stärke 6,1 im Norden der Philippinen sind mehrere Menschen ums Leben gekommen.

Mindestens elf Menschen sind bei einem Erdbeben der Stärke 6,1 im Norden der Philippinen ums Leben gekommen. Dutzende weitere wurden verletzt, teilte die Provinzgourverneurin von Pampanga mit. 24 Menschen werden offiziellen Angaben zufolge noch vermisst.

Beim Einsturz einer Mauer in der Stadt Lubao nördlich der Hauptstadt Manila kamen ein Mädchen und seine Großmutter ums Leben. Beim Einsturz eines vierstöckigen Gebäudes seien zwei weitere Menschen ums Leben gekommen, sagte Angie Blanco von der Katastrophenschutzbehörde der Provinz. Im Erdgeschoss habe sich ein Supermarkt befunden. Zwei weitere Todesopfer seien bei Einstürzen in ihren Häusern umgekommen, sagte Blanco weiter.

Den Angaben zufolge wurden mindestens 50 Menschen verletzt. In der 124.000-Einwohner-Stadt Porac wurden laut Blanco 30 Verletzte aus den Trümmern geborgen. Sie werden im Krankenhaus behandelt. Darüber hinaus seien 20 weitere Menschen in ihren Häusern verletzt worden.

Nach dem Erdbeben versammeln sich Mitarbeiter vor dem Gebäude. | Bildquelle: dpa
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Nach dem Erdbeben versammeln sich Menschen vor dem Gebäude.

Epizentrum lag in der Stadt Castillejos

Die Erdbebenwarte Phivolcs in Quezon City teilte mit, das Epizentrum des Bebens lag in der Stadt Castillejos. Lokale Medien berichteten, dass einige Gebäude eingestürzt seien und Menschen in Panik auf die Straße rannten.

Entlang einer Hauptverkehrsstraße wurden demnach Risse und Steinschläge beobachtet. Eine Tsunami-Warnung wurde Phivolcs-Direktor Renato Solidum zufolge nicht erwartet. Er rief die Menschen jedoch wegen möglicher Nachbeben zur Vorsicht auf.

Berichten zufolge war das Beben in der gesamten Großregion Metro Manila um die philippinische Hauptstadt herum zu spüren. Menschen flohen aus Büros und Geschäftsgebäuden. Der Betrieb der Schwebebahn im Großraum Manila wurde nach Angaben des technischen Leiters Michael Capati aus Sicherheitsgründen vorerst eingestellt.

Castillejos ist auf dem Landweg etwa 140 Kilometer von Manila entfernt. Die Philippinen befinden sich auf dem Pazifischen Feuerring. Dort ereignen sich rund 90 Prozent aller Erdbeben weltweit. Das letzte große Beben mit einer Stärke von 7,1 hatte im Oktober 2013 mehr als 220 Menschen das Leben gekostet.

Der pazifische "Feuerring"

Der "Ring aus Feuer" ist eine Zone entlang der Küsten des Pazifischen Ozeans, die häufig von Erdbeben und Vulkanausbrüchen heimgesucht wird. Hier liegt etwa die Hälfte aller aktiven Vulkane. Der hufeisenförmige Gürtel reicht von den Küsten Süd- und Nordamerikas bis zu den Inselketten im asiatisch-pazifischen Raum: Er zieht sich entlang der Aleuten und den Küsten Japans und der Philippinen über den Ostrand Indonesiens bis Neuseeland und zur Antarktis.

Auf dem "Ring aus Feuer" schieben sich Erdplatten untereinander. Die dabei auftretenden Erschütterungen können die Erde beben lassen.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell Radio am 22. April 2019 um 15:30 Uhr.

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