Retter suchen nach Verschütteten in Mexiko | Bildquelle: REUTERS

Erdbeben in Mexiko Hoffnung inmitten der Trümmer

Stand: 21.09.2017 02:27 Uhr

In Mexiko sind mindestens 230 Menschen an den Folgen des verheerenden Bebens gestorben. Doch mehrere Verschüttete konnten die Einsatzkräfte aus den Trümmern retten. Die Suche nach Überlebenden ist ein Rennen gegen die Zeit.

Von Michael Castritius, Mexiko

Die Stunden der Wunder haben begonnen. Gleich sechs Menschen konnten aus einem Berg aus Betonschutt gerettet werden, verletzt, aber lebend. Oder das Wunder der Grundschülerin Fatima und ihres Mitschülers, die nach 24-Stunden aus den Trümmern ihres Klassenraumes gerettet wurden.

"Komm Mädchen, komm", ruft ihr ein enthusiastischer Helfer auf den letzten Zentimetern zu. "Komm mein Schatz", fleht ihr Vater.

Endlich kann er sie weinend in die Arme schließen, aber es sind nicht nur Freudentränen: Ein Bruder Fatimas ist tot, der zweite wird noch gesucht - in derselben Schule, aus der schon 21 Kinder und vier Erwachsene tot geborgen wurden.

Aber die verzweifelt vor den Trümmern ausharrenden Angehörigen dürfen auf ein weiteres Wunder hoffen: Helfer haben offenbar Lebenszeichen von einer verschütteten Lehrerin, die mit einem ihrer Schüler auf Rettung wartet.

Mexiko kämpft um Verschüttete
tagesschau 20:00 Uhr, 21.09.2017, Alexander Stein, SWR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

224 Schulen sind in der Hauptstadt beschädigt, 16 davon sehr schwer, der Unterricht ist generell ausgesetzt, nicht nur wegen der Gebäude: Viele Kinder brauchen erstmal die Nähe ihrer Eltern, um das Erlebte zu verarbeiten.

Die Todesangst-Minuten dieses 14-Jährigen etwa: "Ein Teil der Schule ist eingestürzt und hat uns den Weg nach draußen versperrt. Wir mussten an der Wand entlang klettern zum nächsten Gebäude und dann raus."

Energieversorgung funktioniert

Wenigstens die Energieversorgung ist zu 90 Prozent wieder gewährleistet. Zunächst waren mehr als vier Millionen Hauptstädter ohne Strom. Auch der Flughafen konnte mit Einschränkungen den Betrieb wieder aufnehmen. U-Bahn und Schnellbusse bieten kostenfreien Transport.

Autofahrten sollen auf das Nötigtse beschränkt werden, wegen der vielen Sperrungen durch Schäden und um die Wege für Hilfskräfte und Ambulanzen freizuhalten.

Die Rettungskräfte verfluchen unnötige Hubschrauber-Flüge: Dann hören sie die schwachen Stimmen der Eingeschlossen nicht.

Krankenhäuser für alle geöffnet

Das Nationale Zentrum zur Katastrophenvorsorge erklärte inzwischen, warum die Sirenen erst Alarm gaben, als die Häuser bereits wankten. Das Epizentrum des Bebens habe sehr nah gelegen und die ersten, horizontalen Bewegungen seien extrem gewesen.

Tatsächlich hatte man als erstes quasi ein Hüpfen der Gebäude gespürt, dann erst das Schwanken. Dieses weit ausholende Schwanken habe dann die Häuser einstürzen lassen.

Mexikos Präsident ließ die staatlichen Krankenhäuser für alle öffnen, auch für jene ohne Versicherung und ohne Kreditkarte. Er schickte Soldaten zur Hilfe und für die Sicherheit der Bevölkerung vor Kriminellen.

Zudem ordnete er drei Tage Staatstrauer an. Aber zum Trauern haben die tausenden Helfer noch gar keine Zeit, nicht, so lange es noch Wunder gibt.

Karte: Erdbeben in Mexiko
galerie

Das Epizentrum lag ca. 120km südlich von Mexiko-Stadt im Bundesstaat Puebla. Gut zu erkennen ist die Verwerfung der Cocosplatte und der nordamerikanischen Platte.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. September 2017 um 12:00 Uhr und tagesthemen um 22:20 Uhr.

Darstellung: