Anwohner gehen an einer beschädigten Kapelle vorüber, nachdem die Insel Kreta von einem Erdbeben erschüttert wurde.  | dpa

Griechenland Ein Toter bei Erdbeben auf Kreta

Stand: 27.09.2021 14:07 Uhr

Einstürzende Häuser, flüchtende Menschen: Die griechische Insel Kreta ist von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Ein Mensch kam dabei ums Leben, elf weitere wurden verletzt, teilten die Behörden mit.

Bei einem Erdbeben auf der südgriechischen Insel Kreta ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Elf Menschen wurden zudem verletzt, mehrere Bewohner mussten aus ihren eingestürzten Häusern befreit werden, wie das Katastrophenschutzministerium mitteilte.

Das Erdbeben hatte unterschiedlichen Quellen zufolge eine Stärke von 5,8 bis 6 auf der Richterskala und dauerte laut Augenzeugenberichten mehrere Sekunden an. Das Hypozentrum des Bebens lag nach Angaben der griechischen Erdbebenwarte rund 23 Kilometer von der Inselhauptstadt Heraklion entfernt in zehn Kilometer Tiefe unter der Erdoberfläche.

Feuerwehrleute stehen neben einer zerstörten Kirche, nachdem das Dorf Arkalochori im Süden der Insel Kreta von einem Erdbeben erschüttert wurde. | dpa

Feuerwehrleute stehen neben einer zerstörten Kirche, nachdem das Dorf Arkalochori im Süden der Insel Kreta von einem Erdbeben erschüttert wurde. Bild: dpa

Zahlreiche starke Nachbeben

"Das Erdbeben war stark und hat lange gedauert", sagte der Bürgermeister von Heraklion, Vassilis Lambrinos, dem privaten Fernsehsender Antenna. "Wir haben dazu aufgefordert, die Schulen zu räumen. Die Kinder sind auf den Spielplätzen."

Besonders stark betroffen waren die Ortschaften Arkalochori, Patsideros und Viannos. In den Dörfern sollen Hunderte alte Steinhäuser eingestürzt sein. Zahlreiche zum Teil starke Nachbeben sorgten für weitere Unruhe.

62-Jähriger bei Erdstoß gestorben

In Viannos kam auch das bisher einzige Opfer, ein 62-jähriger Mann ums Leben, wie die griechische Zeitung "To Proto Thema" berichtete. Tragischerweise soll der Mann im Moment des Bebens damit beschäftigt gewesen sein, frühere Erdbeben-Schäden in einer Kirche des Ortes zu reparieren. Sein Sohn wurde dem Bericht zufolge verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Die Feuerwehr erklärte, sie werde 30 Mitglieder ihrer Katastrophenschutzeinheiten mit Spürhunden und Rettungsausrüstung nach Kreta fliegen. Alle ihre Einheiten und die Feuerwehrdienste auf Kreta seien in allgemeine Alarmbereitschaft versetzt worden.

Beben war auch in der Türkei zu spüren

Akis Tselentis, Seismologe und Chef des Geodynamischen Instituts Athen, sagte, dass es sich bei dem morgendlichen Erdstoß aller Wahrscheinlichkeit nach um das Hauptbeben gehandelt habe. Dennoch werden wohl viele Menschen auf der größten griechischen Insel die kommende Nacht im Freien oder in ihren Autos verbringen. Seismologen hatten in dem Gebiet bereits in den vergangenen vier Monaten erhöhte seismische Aktivitäten beobachtet.

Das Beben war sogar an der Südwestküste der Türkei, vor allem in der Region Datca zu spüren, wo die Menschen ebenfalls auf die Straßen rannten. Berichte, wonach türkische Behörden eine Tsunami-Warnung ausgegeben hätten, bestätigten sich jedoch nicht. Auch Verletzte oder Tote waren im Laufe des Tages nicht zu beklagen.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell Radio am 27. September 2021 um 15:56 Uhr.