Helfer in einer Stadt in der iranischen Provinz Kermanscha | Bildquelle: AFP

Iranisch-irakisches Grenzgebiet Mehr als 300 Tote bei Erdbeben

Stand: 13.11.2017 12:08 Uhr

Bei einem schweren Erdbeben sind im iranisch-irakischen Grenzgebiet mehr als 300 Menschen ums Leben gekommen. Tausende weitere wurden verletzt. Die türkische Regierung schickte Rettungsteams in den Nordirak, die UN boten ebenfalls ihre Hilfe an.

Bei einem schweren Erdbeben im iranisch-irakischen Grenzgebiet sind mehr als 300 Menschen getötet und Tausende weitere verletzt worden.

Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna meldete, in der westlichen Provinz Kermanschah seien mindestens 328 Menschen ums Leben gekommen, die halbamtliche Nachrichtenagentur Isna meldete über 2500 Verletzte. Das irakische Innenministerium teilte mit, im Nordosten der autonomen Kurdenregion seien mindestens sieben Menschen umgekommen und 321 verletzt worden.

Der geistliche Führer Irans, Ajatollah Ali Chamenei, drückte sein Beileid aus und rief die Rettungskräfte und alle Behörden auf, alles für die Betroffenen in der Region zu tun. Der iranische Präsident Hassan Ruhani forderte die Behörden auf, schnell zu handeln.

Bereits mehr als 100 Nachbeben

Das Erdbeben der Stärke 7,3 ereignete sich nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS am Sonntagabend rund 30 Kilometer außerhalb der irakisch-kurdischen Grenzstadt Halabdscha in einer Tiefe von 23,3 Kilometern; die US-Experten verorteten das Epizentrum etwas weiter westlich auf irakischer Seite der Grenze. Die Erschütterungen waren bis zur Mittelmeerküste zu spüren, mehr als 100 Nachbeben wurden bislang verzeichnet.

Die Vereinten Nationen haben den betroffenen Regionen ihre Hilfe angeboten. UN-Einsatzkräfte stünden bereit, erklärte Generalsekretär António Guterres am in New York. Er sprach den Familien der Getöteten, den Völkern und den Regierungen beider Länder sein Beileid aus.

Die türkische Regierung entsandte Rettungsteams in den Nordirak, Ministerpräsident Binali Yildirim bekundete tiefe Trauer um die Opfer. Der Vizepräsident des türkischen Roten Halbmonds, Kerem Kinik, sagte der Nachrichtenagentur AP, ein Hilfskonvoi mit 33 Lkw sei vom Grenzübergang Harbur ins nordirakische Suleimanije aufgebrochen.

Dünn besiedelte Bergregion

Bei dem betroffenen Gebiet handelt sich um eine abgelegene Bergregion, die dünn besiedelt ist. Es wurden Rettungsteams in die Stadt Ghassre Schirin geschickt, aber wegen des immer noch andauernden Stromausfalls in der Stadt könnten diese kurzfristig nicht effektiv eingesetzt werden, teilte das Gouverneursamt mit.

Die Region liegt auf mehreren großen Verwerfungslinien und ist deshalb anfällig für Erdbeben. Im Jahr 2003 zerstörte ein Beben der Stärke 6,6 die historische iranische Stadt Bam. Rund 26.000 Menschen kamen ums Leben.

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Über dieses Thema berichtete am 13. November 2017 die tagesschau um 06:30 Uhr und NDR Info um 07:45 Uhr.

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